Raub, versuchte Vergewaltigung: Ein Tatverdächtiger kam wieder frei

Von unserer Redaktion

Heilbronn 

Raub, versuchte Vergewaltigung und eine umstrittene Freilassung eines Tatverdächtigen: Von Gewaltstraftaten, die sich bereits Ende Dezember ereignet haben, berichteten Polizei und Staatsanwaltschaft am Dienstagnachmittag.

Heftige Gegenwehr des Opfers verhindert Schlimmeres

Am Abend des 27. Dezember 2017 haben nach bisherigen Ermittlungen zwei 16 und 18 Jahre alte Syrer einen 13 Jahre alten Jungen, der sich mit seiner Freundin (15) vor der Harmonie aufhielt, festgehalten und durchsucht. Sie nahmen ihm Bargeld, Tabak und eine geringe Menge Marihuana ab. Danach begaben sich alle vier zum Friedensplatz, um gemeinsam Joints zu rauchen.

Dort nahmen der junge Syrer und das Mädchen auf einer Bank Platz; der 18-Jährige soll den Freund des Mädchens vom weiteren Geschehen abgelenkt haben. Der 16-Jährige habe das Mädchen dann in ein Gebüsch gezerrt und ihr die Hose und Unterhose heruntergerissen. Nur durch eine heftige Gegenwehr konnte das Mädchen nach Polizeiangaben verhindern, dass es zum Geschlechtsverkehr kam.

Staatsanwaltschaft legt Beschwerde gegen Freilassung ein

Beide Tatverdächtige wurden ermittelt und festgenommen. Am 29. Dezember wurden sie auf Antrag der Staatsanwaltschaft dem Haftrichter vorgeführt, der Haftbefehle erließ. Im Rahmen der Haftprüfung wurde der ältere Beschuldigte wieder auf freien Fuß gesetzt. Die Staatsanwaltschaft hat dagegen Beschwerde eingelegt, über die nun das Landgericht zu entscheiden hat.

Der Haftrichter habe nach Intervention eines Anwalts keine Fluchtgefahr mehr gesehen und Auflagen erlassen, dass der 18-Jährige sich zwei Mal pro Woche melden müsse, erklärte Frank Rebmann, Leiter der Staatsanwaltschaft. "Wir sind der Meinung, dass Fluchtgefahr weiter vorliegt."

Warum die Nachricht über die Tat so lange nicht veröffentlicht wurde, erklärte ein Polizeisprecher damit, dass es anfangs noch den Verdacht auf andere Tatbeteiligte gab. Dies habe sich nicht bestätigt.