Polizei löst Kundgebung von 250 Kurden auf

Von Helmut Buchholz

Heilbronn 

Rund 250 Kurden haben am Samstagmittag in der Heilbronner Innenstadt gegen den Luftangriff der türkischen Luftwaffe demonstriert, bei dem am Mittwoch 36 Personen ums Leben kamen. Das Militär hielt die Gruppe in einem kurdischen Dorf für Rebellen, es waren aber wohl vor allem jugendliche Schmuggler, wie Medien berichten.

 

 

Die Polizei löste die bei den Behörden angemeldete Kundgebung nach etwa 40 Minuten auf, weil die Demonstranten immer wieder den Namen des PKK-Führers Öcalan skandierten. Diese Sprechchöre verstießen gegen die Auflagen.

Mehrmals ließ der Einsatzleiter der Polizei, Thomas Nürnberger, die Teilnehmer der Kundgebung auffordern, die Auflagen einzuhalten. Ohne Erfolg. Darum gab er die Order, die Versammlung aufzulösen. Die Demonstration in der Deutschhofstraße vor dem Fleischhaus löste sich dann ohne Zwischenfälle auf.

Die Polizei war mit rund 80 Sicherheitskräften vor Ort. Regulär wäre die Kundgebung um 15 Uhr zu Ende gewesen, Beginn war um 14 Uhr. Polizeisprecher Harald Schumacher schätzt, dass zwei Drittel der Teilnehmer Frauen und Kinder waren. Die Stimmung bei der Demo charakterisierte er als „aggressiv“.

Transparente

Die Demonstranten hatten an einem schwarzen Transparent für jedes Opfer des Luftangriffs eine Rose befestigt. Auf einem Schild stand: „Die Kurden wollen Frieden. Und Sie?“ Immer wieder riefen die 250 Kurden lauthals „Türkei Terrorist“ und titulierten auch den türkischen Regierungschef als Terroristen. Die Kurden fordern Unabhängigkeit für ihr Land.