Feuerwehr rettet vier Menschenleben - Brandursache noch unklar

Von Adrian Hoffmann

Neckarsulm 

Nach dem Brand eines Reihenmittelhauses in der Obereisesheimer Friedhofstraße am Samstag laufen die Ermittlungen zur Brandursache auf Hochtouren. Bisher gibt es keine Hinweise auf eine vorsätzliche Brandstiftung, wie die Polizei Heilbronn am Montag mitteilte. Ob ein technischer Defekt ursächlich war, muss noch geklärt werden. Ein Brandsachverständiger wurde hinzugezogen.

 

 

Die Feuerwehr hat am Samstagmorgen bei einem Brand in einem Reihenhaus das Leben einer Mutter und ihrer drei kleinen Kinder gerettet – in letzter Sekunde.

Als die Feuerwehr eintraf, befanden sich die vier bereits in hilfloser Lage im elterlichen Schlafzimmer im zweiten Stock. Durch ein Fenster schrien sie um Hilfe. Der Familienvater war bei der Arbeit, wurde aber wie die Feuerwehr sehr schnell informiert. Während die Feuerwehrleute im Haus kämpften, musste er alles von draußen mit ansehen.

Hektik

Die Rettungsaktion dauerte wenige Minuten, für Kommandant und Einsatzleiter Wolfgang Rauh „gefühlte Stunden“. Die Situation sei sehr hektisch gewesen, über die Drehleiter sei die Feuerwehrleute an Mutter und Kinder herangekommen. Ein Feuerwehrmann hat demnach das kleinste Kind, ein Zweijähriges, über die Drehleiter nach unten getragen. Die 27-jährige Frau und ihre beiden weiteren fünf und sieben Jahre alten Kinder wurden über den Drehleiter-Korb in Sicherheit gebracht.

Nach Angaben von Rauh war die Mutter noch ansprechbar, die Kinder waren bereits alle drei benommen. Kurz nach dieser Rettung soll es auch noch eine explosionsartige Durchzündung gegeben haben.

Während die Familie über die Drehleiter gerettet wurde, kämpften weitere Feuerwehrleute von unten im Haus gegen die Flammen an. Sie gingen noch immer davon aus, dass sich noch Menschen im Feuer befinden und versuchten, die Opfer zu finden. Dabei zogen sich fünf Feuerwehrleute Brandverletzungen im Halsbereich zu. Auch Fenster mussten eingeschlagen werden, um der Lage Herr zu werden. Rauchschwaden stiegen über die Dächer. Nachbarn mussten aus ihren Häusern evakuiert werden, weil Gefahr drohte, dass das Feuer auf die Nebenhäuser überspringt.

Alles gegeben

„Die Feuerwehr hat mit hervorragendem Einsatz vier Menschenleben gerettet, die Männer haben alles gegeben“, sagte Neckarsulms OB Joachim Scholz am Unglücksort. „Es war wirklich eine Rettung in letzter Sekunde, die zeigt, wie wichtig es ist, eine Feuerwehr im Ort zu haben.“

Das Elternschlafzimmer im zweiten Stock des Reihenhauses – das mittlere von dreien – war laut Kommandant Rauh das einzige, das nicht ausgebrannt war. „Die Mutter hat richtig reagiert und die Tür geschlossen“, sagt er. Wäre die Türe auf geblieben, wären sie dem Feuer im Treppenhaus chancenlos ausgesetzt gewesen. Ein Hund überlebte den Brand nicht.

Die Polizei vermutet inzwischen – Stand Sonntag – einen technischen Defekt als Ursache, gesichert ist dies noch nicht. Der Brandherd ist im Erdgeschoss zu suchen. „Das Feuer muss schon relativ lange geschwelt haben“, so Wolfgang Rauh. Die Polizei schätzt den Sachschaden auf 200.000 Euro. Kurzzeitig war eine Notunterkunft im Gespräch, doch die Familie wird wohl erstmal bei Angehörigen unterkommen.

 

Hintergrund: Hohe Belastung

So etwas erleben auch Feuerwehrleute nicht alle Tage. Trotz ihrer Professionalität war es für sie eine hohe Belastung, weshalb die Notfallseelsorger vor Ort sehr geschätzt wurden. Kommandant Rauh ist wichtig zu erwähnen: „Mit einem Rauchmelder wäre das so nicht passiert.“ Neben der Feuerwehr mit allen Abteilungen (Neckarsulm, Obereisesheim, Dahenfeld) waren etliche Rettungshelfer im Einsatz. aho

 


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