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Madeira – Schlaraffen-Insel mit XXL-Ausmaßen

Von Sabine Friedrich

 Bildergalerie: Madeira
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„Die Blütenpracht, die Klimazonen, die Bergwelt": Drei herausragende Charakteristika stellt der Zweiflinger heraus und bringt auf den Punkt, was die 63 Teilnehmer der Leserreise der Heilbronner Stimme so begeistert. „Madeira heißt ja nicht umsonst: die Blumeninsel", ergänzt sein Freund aus Öhringen. Es ist der „Gesamteindruck von Land und Leuten", der die einwöchige Rundreise auf der Perle im Atlantik zum besonderen Erlebnis macht. „Die ganze Vielfalt hat mir gut gefallen", fasst eine Willsbacherin zusammen. Dass die Insel, flächenmäßig so groß wie Hamburg, so gebirgig ist, hat eine Eschenauerin überrascht. „Wir waren begeistert", ist sie wie die Mitreisenden voll des Lobes auch über die Organisation durch das Öhringer Reisebüro Hütter, für das Rabea Schwarz dafür sorgt, dass sich jeder wohl fühlt.

Vielstimmige Ohs und Ahs sind bei den Busausflügen zu vernehmen über die hochragenden Felswände zur Rechten, die tiefen Schluchten zur Linken. Dazwischen mal ein erschrockenes Uah, wenn die Serpentinen allzu
schmal und steil werden.

Vom Urwald bis zur Wüste: Wissenswertes über die verschiedenen Vegetations- und Klimazonen vermitteln Tui-Reiseleiterinnen Ruth und Helena. „Es ist immer etwas anderes. Nichts wiederholt sich", macht die Schweizerin Ruth den Reisenden Appetit auf das abwechslungsreiche Eiland.

Ob im lieblichen Süden, im grünen Norden oder im kargeren Osten, viele Balkone bieten atemberaubende Aussichten: auf die mit Häusern übersäte Bucht von Funchal. Auf Câmara de Lobos, das „Schlafzimmer der Mönchsrobben". Auf Porto Moniz, erbaut auf eine ins Meer ragende Lavazunge.

Von der 1094 Meter hohen Passhöhe Eira do Serrado fällt der Blick auf fast unzugängliche Dörfchen. Sprossen einer Leiter ähnlich sind die Felder in steilen Terrassen angelegt. Jedes Fleckchen Erde wird genutzt für Obst und Gemüse, für Wein oder Mais. „Gigantisch", „beeindruckend", die Ausrufe der schwindelfreien Touristen, die 580 Meter tief am höchsten Kliffs Europas, dem Cabo Girão, bis auf den Meeresgrund sehen.

Nebelschwaden peitscht der Passatwind über die Hochebene Paúl da Serra, die einzige Wetterkapriole, durch die das „schottische Hochland" unsichtbar bleibt. Dafür werden die Unterländer und Hohenloher auf der Ost-Tour entschädigt. Ein Bilderbuchpanorama bei strahlend blauem Himmel auf die anderen 1800er-Gipfel, die Hochebene, ins Nonnental oder die Hauptstadt Funchal, die dem Pico do Arieiro zu Füßen liegt. „Ich kann mich gar nicht satt sehen", ist nicht nur eine Zweiflingerin aus dem Häuschen. Auch andere würden am liebsten die Wanderstiefel schnüren für eine Tour auf den Pico Ruivo. Nicht ganz so waghalsig der Ersatz: zwei kürzere Spaziergänge einer durch das Weltkulturerbe Lorbeerwald entlang der Levadas, dem 3000 Kilometer langen Bewässerungssystem.

Welch‘ ein Schlaraffenland, diese „Holzinsel": Papayas, Ananas oder Passionsfrüchte wachsen einem am Straßenrand in den wässrigen Mund. In der pulsierenden Markthalle von Funchal bieten Händler auch den Leserreisenden unbekannte exotische Früchte an: die herzförmige, grüne Anona oder die Fruto Delicioso, die einem Riesen-Tannenzapfen ähnelt. In der Fischhalle zückt ein Händler gerade sein Macheten-Messer, nimmt in sekundenschnelle einen Thunfisch aus. Köstlich schmeckt sie, hässlich sieht sie aus, die Madeira-Spezialität, tief aus dem Atlantik: der schwarze Degenfisch.

„Für Botaniker und Gartenfreunde ein Traum", lautet der Kommentar eines Hohenlohers nach den farbenprächtigen Spaziergängen durch paradiesische Gärten. Was in heimischen Gefilden meist nur mühsam gedeiht, erreicht auf Madeira XXL-Ausmaße. Heidelbeeren wachsen auf zwei, drei Meter an. Fuchsien und Ur-Geranien wuchern wild wie Unkraut. Orchideen sind keine Sensibelchen. Bougainvilleen überdecken Mauern von strahlend Gelb bis tiefdunkel Lila. Blüten, Blattform oder Geruch geben tropischen Pflanzen wohlklingende Namen: Engelstrompete, Tulpenblüten-,
Popcorn-, Pfeffer- oder Taschentücherbaum. Ununterbrochen klicken die Digitalkameras.

Barocke Kirchen vermitteln einen Eindruck von der Kunst, Korbschlittenfahrten von der Tradition. Je mehr die Frauen auf der abschüssige Gasse kreischen, desto mehr legen sich die beiden Transportmänner auf den hinteren Kufen in die Kurven. Welch‘ ein Spaß im Wallfahrtsörtchen Monte.

„Wir haben viel gesehen" lautet das zufriedene Fazit der Leserreise, bei der sich die Urlauber im Luxushotel Rui Palace Madeira in Caniço de Beixo mit Köstlichkeiten aus Garten, Meer, Keller und Küche haben verwöhnen lassen. Mit vielen Eindrücken im Gepäck, mit Kostproben des berühmten Madeira-Weins, mit handbestickten Deckchen, mit Strelizienablegern oder Apaganthus-Samen geht‘s zurück in die Heimat.


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