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Dateiname : Vorschau Leserreisen 2012 - Teil 1
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Dateiname : Vorschau Leserreisen 2012 - Teil 2
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Datum : 25.10.2011 15:22
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Antarktis - chilenische Fjorde und die Macht der Natur



Egal, wie lange die GROSS-Reisegruppe der HSt-Leserreise „Antarktis und chilenische Fjorde" zum Zeitpunkt der Ankunft im südamerikanischen Punta Arenas bereits auf den Beinen sein mag – das ist schnell vergessen als nun alle plötzlich am Ende der Welt stehen und im Hafen an Bord der MS Vistamar gehen. Als das Schiff gegen 21 Uhr Punta Arenas verlässt, um Richtung Antarktis aufzubrechen, blicken alle voller Erwartung den nächsten 2 Wochen entgegen – einer Reise, die in dieser Form sicher etwas einmaliges im Leben sein soll.

Doch wenn man auf dieser Route von einer Sache besonders abhängig ist, dann ist es sicher die Wettersituation. Bereits am ersten Seetag zeichnet sich abends ab, an was keiner zu denken vermochte: ein Hurrikan der Stärke 12 zieht mit einer Geschwindigkeit von 180 km/h durch die berüchtigte Drake Passage, die Südamerika von der Antarktis trennt. Eine Fahrt in die Antarktis ist unverantwortlich, über 10 m hohe Wellen toben im Meer – die Weiterfahrt wäre lebensgefährlich. Die Natur hat vor unseren Augen ihre unglaubliche Macht demonstriert. Die Enttäuschung ist unermesslich.

Ein Alternativprogramm muss nun her – eine schwierige Aufgabe, wenn man bedenkt, dass es zum weißen Wunder Antarktis kaum eine adäquate Alternative geben kann. Die Vistamar-Direktion entscheidet, Kurs auf die britischen Falklandinseln zu nehmen, wo am 22. Januar bei blauem Himmel die erste Schlauchbootanlandung stattfindet. Ziel ist es, einige Tiergefährten der entgangenen Antarktis nun hier anzutreffen. Auf New Island heißt das Motto tatsächlich: Natur pur! Hier tummeln sich Albatrosse, Seebären und tausende der kleinen Rockhopper-Pinguine, die friedlich balzen, sich in der Sonne aalen und ihre Jungtiere füttern. Auch die Falkland-Hauptstadt Stanley wird noch besucht, bevor es anschließend über den Atlantik wieder zurück Richtung Südamerika geht.

Eine besondere Überraschung bietet der Morgen des 25. Januar, als ein Schlenker zum sagenumwobenen Kap Hoorn unternommen wird. Die Wetterbedingungen verbieten fast ganzjährig eine Schlauchbootanlandung, zu gefährlich sind die hier tobenden Winde und Strömungen. Doch heute scheint es, als wolle Mutter Natur mit einer kleinen Antarktis-Entschädigung aufwarten: das Meer ist spiegelglatt – wir können anlanden. Und so pilgern am frühen Morgen die Gäste der MS Vistamar über die legendären Hügel am Ende der Welt. Eine besondere Stimmung herrscht hier, wo schon hunderte von Segelschiffen und ihre Besatzung im tobenden Meer den Tod fanden. Während der anschließenden Weiterfahrt in den Beagle-Kanal bricht der Sommer aus. Bei warmen 28°C kann abends nach dem Anlegen in Ushuaia noch ein Spaziergang unternommen werden. Einige Gäste nutzen die Gelegenheit und lassen sich eines der berühmten argentinischen Rindersteaks schmecken.

Die nächsten Tage stehen dann ganz im Zeichen der chilenischen Fjordwelt. Während der Fahrt durch die engen Passagen begleiten uns immer wieder Delfine. Bei weiterhin sommerlichen Temperaturen steuert MS Vistamar zunächst an den 6-Länder-Gletschern im Beagle-Kanal vorbei und anschließend direkt auf den imposanten Eyre-Gletscher, sowie den größten Gletscher Amerikas, den 7 km breiten Pius XI.-Gletscher, zu. Die See ist so glatt, dass sich die Gletscher darin spiegeln.

Der nächste Halt wird bei Puerto Eden, einem 150-Seelen-Dorf am Rande der Zivilisation, gemacht. Bei einer kleinen Wanderung eröffnet sich ein einzigartiges Panorama: weiße Andengipfel, bunte Holzhausfassaden und die grünbewachsene Umgebung sorgen für Postkartenidylle. Nach einem weiteren Seetag erreicht MS Vistamar Puerto Montt, eine Stadt mit deutscher Geschichte, wo sich die Passagiere auf den Ausflug an den See Llanquihue begeben. Im Hintergrund thront der imposante und immer noch aktive Osorno-Vulkan. Temperaturen von knapp 30°C begleiten uns – selbst die Chilenen staunen über ihr Wetter – und schwitzen.

Über Nacht geht es weiter nach Valdivia, wo man noch heute 17 Befestigungsforts aus der spanischen Zeit sehen kann. Wie in Puerto Montt leben auch hier heute noch viele Nachkommen deutscher Einwanderer.

Nach einem letzten Seetag steht schon der Rückflug von Santiago nach Frankfurt an. Am 3. Februar landet die Gruppe am späten Nachmittag auf heimischem Boden und wird bereits vom GROSS-Bus am Flughafen erwartet. Eine ereignisreiche, von Tiefen, aber auch schönen Höhepunkten geprägte Reise geht hier zu Ende. Der Traum vom Besuch des 6. Kontinents Antarktis sollte dieses Mal leider nicht wahr werden. Dennoch: es gibt viel zu erzählen. Und vielleicht nimmt der ein oder andere die Reise ans untere Ende der Welt eines Tages noch einmal in Angriff – und hat dann die Natur auf seiner Seite. Stefanie Sapara


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