Losberger übernimmt De Boer

Bad Rappenau  Der Zelte- und Hallenspezialist Losberger übernimmt den holländischen Wettbewerber De Boer. Das gaben die beiden Unternehmen jetzt bekannt.

Von Jürgen Paul

Losberger übernimmt De Boer

Im Eventbereich (hier das holländische Tennisturnier KLM Open) gehört De Boer aus Alkmaar zu den Marktführern in der Raumlösungsbranche.

Fotos: Losberger

Mit dem Zusammenschluss entsteht den Angaben zufolge einer der "weltweit führenden Anbieter von temporären Raumlösungen" mit einem Umsatz von rund 330 Millionen Euro und etwa 1200 Mitarbeitern.

Die Übernahme soll vorbehaltlich der Zustimmung der Kartellbehörden im zweiten Quartal dieses Jahres abgeschlossen sein. Zu den finanziellen Details vereinbarten die Unternehmen Stillschweigen. Klar ist aber, dass der Losberger-Eigner Gilde Buy Out Partners die Mehrheit der Anteile an der De Boer Structures Holding aus Alkmaar übernehmen wird.

Spezialisten für den Eventbereich

Die Holländer, langjähriger Kunde von Losberger, sind Spezialisten im Vermietungsgeschäft für den Eventbereich. Bei sportlichen, kulturellen, wirtschaftlichen oder politischen Veranstaltungen kommen die Raumlösungen von De Boer zum Einsatz. Das Unternehmen ist mit zahlreichen Büros in Europa und im Nahen Osten vertreten und beschäftigt rund 300 Mitarbeiter − in der Hochsaison kommen 150 Zeitarbeiter dazu. Der Umsatz liegt bei 90 Millionen Euro.

Losberger übernimmt De Boer

Losberger-Chef Berndt Zoepffel.

Losberger gehört zu den Marktführern bei Zelten, temporären Hallen und sonstigen Ramlösungen. Die Bad Rappenauer betreiben weltweit acht Produktionsstätten und 14 Vertriebsbüros. Losberger beschäftigt weltweit mehr als 850 Mitarbeiter, davon rund 250 am Stammsitz in Fürfeld. Im vergangenen Jahr lag der Umsatz bei 240 Millionen Euro.

"Wir sehen De Boer als ein führendes Unternehmen in der Eventbranche mit einem qualitativ hochwertigen Produktportfolio, starken Projektmanagement-Fähigkeiten und einem attraktiven, langfristigen Wachstumspotenzial", kommentiert Berndt Zoepffel, Geschäftsführer von Losberger, die Übernahme. Beide Unternehmen hätten in der Vergangenheit gemeinsam erfolgreich bei Projekten zusammengearbeitet. "Dadurch haben wir die Führungsqualitäten und Unternehmenswerte von De Boer kennengelernt, die denen von Losberger sehr ähnlich sind", so Zoepffel.

Neuer Name für das fusionierte Unternehmen

Losberger übernimmt De Boer

De Boer-Chef Arnout de Hair.

Da die eingeführten Markennamen Losberger und De Boer erhalten bleiben sollen, wird das fusionierte Unternehmen Losberger De Boer Group heißen. Zoepffel wird der neuen Geschäftsführung genauso angehören wie De Boer-Chef Arnout de Hair und weitere erfahrene Führungskräfte. "Losberger ist der perfekte Partner für uns, um unsere Ambitionen zu verwirklichen und gemeinsam neue Perspektiven zu entwickeln", lobt de Hair das Vorhaben.

Mit De Boer sieht sich Losberger in der Lage, das Event-Vermietungsgeschäft deutlich auszubauen. Auch eröffne der Zusammenschluss erhebliches Optimierungspotenzial. Ein Stellenabbau sei aber nicht geplant, da beide Unternehmen eine sehr gute Auftragslage hätten. "Losberger und De Boer ergänzen sich ideal im Hinblick auf Kunden, unter geografischen Aspekten sowie bei Produkten und Service", heißt es.