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Raiffeisen Zentrum steuert auf Rekord zu
Von unserem Redakteur Alexander Hettich
Eppingen - Das Kraichgau Raiffeisen Zentrum peilt für das laufende Jahr einen Rekordumsatz von bis zu 150 Millionen Euro an. Der Anstieg geht zu einem großen Teil auf höhere Preise für Agrarrohstoffe zurück, erläutert Jürgen Freudenberger, Geschäftsführer des landwirtschaftlichen Genossenschaftsunternehmens.
Freudenberger und sein Geschäftsführer-Kollege Herbert Meixner touren dieser Tage durchs KRZ-Geschäftsgebiet, um Mitglieder über die Geschäftsentwicklung zu informieren. Fachinformationen zu Pflanzenschutz oder Düngemitteln stehen bei den fünf ausstehenden Terminen (siehe Hintergrund) ebenfalls auf der Tagesordnung. Etwa 1000 Landwirte sind unter den 2200 Mitgliedern der Genossenschaft, die ihren Wirkungskreis durch die 2010 vollzogene Fusion mit dem Lagerhaus Meckesheim deutlich ausgedehnt hat.
Getreide teurer
Was Jürgen Freudenberger den Mitgliedern mitzuteilen hat, stimmt optimistisch. "Das war ein starkes erstes Halbjahr." Auch das dritte Quartal tanzte nicht aus der Reihe. In den ersten neun Monaten stieg der Umsatz demnach im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 20 Prozent. "Wir erwarten einen Jahresumsatz zwischen 140 und 150 Millionen Euro", erläutert der Geschäftsführer. Das wäre ein deutliches Plus gegenüber den 2010 erzielten 127 Millionen Euro.
Das Raiffeisen Zentrum tritt unter anderem als Vermarkter von Getreide auf. Hier schlagen sich steigende Marktpreise in der Bilanz nieder. Ähnliches gelte für Heizöl. Unabhängig von den Preisen wächst der Bereich Landtechnik. Verkauf und Reparatur von Agrarmaschinen gehören seit einiger Zeit zu den expandierenden KRZ-Sparten. An der Heilbronner Straße in Eppingen investiert das Unternehmen eine Million Euro in die Erweiterung des Landtechnik-Standorts. Auf Wachstumskurs ist zudem die Futtermittelproduktion. Hier hat sich das Unternehmen als Hersteller von gentechnikfreien Futtermitteln etabliert und beliefert damit mittlerweile auch andere Produzenten.
Gegen Pauschalkritik
Wiederholt hat sich Jürgen Freudenberger in der Debatte über Spekulationen auf dem Agrarmarkt geäußert. Der Vorwurf, Investoren seien für Preistreiberei bei Lebensmitteln verantwortlich, ist ihm zu pauschal. Zuletzt sei vor dem Hintergrund der Finanzkrise spekulatives Kapital aus den Märkten abgezogen worden − mit der Folge, dass die Getreidepreise eher zu gering seien. "Im Moment wird etwas mehr nachgefragt als produziert." In den vergangenen Wochen seien die Rohstoffe günstiger zu haben gewesen als von Experten erwartet. Spekulanten "in die Ecke zu stellen", werde den Realitäten nicht gerecht: "Man muss immer beide Seiten sehen."
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