Palmbräu legt zu und saniert

Eppingen - Palmbräu trotzt dem Branchentrend. Während die deutschen Bierproduzenten über einen gesunkenen Absatz klagen, meldet die Eppinger Privatbrauerei positive Geschäftszahlen.

Von unserem Redakteur Peter Boxheimer

Palmbräu legt zu und saniert
Sie blicken optimistisch ins Jahr 2012 (von links): Palmbräu-Eigentümer Wolfgang Scheidtweiler, der neue Betriebsleiter Oliver Kohler und Mitgesellschafter Lionel Berger vor dem Vertriebsbüro auf dem Brauereihof.Foto: Peter Boxheimer

Eppingen - Palmbräu trotzt dem Branchentrend. Während die deutschen Bierproduzenten über einen gesunkenen Absatz klagen, hat die Eppinger Privatbrauerei 2011 zugelegt. "Wir waren mit dem Jahr sehr zufrieden", sagt Eigentümer Wolfgang Scheidtweiler.

Ihren Umsatz hat die Palmbräu im vergangenen Jahr um rund vier Prozent erhöht. Der Bierausstoß stieg um mehr als 1000 Hektoliter und schrammte nur haarscharf an der Marke von 30 000 Hektolitern vorbei. "Dieses Jahr schaffen wir das locker", ist Scheidtweiler überzeugt.

Ein überdurchschnittliches Plus gab es beim Fassbier, wenn auch dessen Anteil in der Palmbräu mit 30 Prozent noch deutlich unter der Quote in den übrigen Scheidtweiler-Brauereien in Konstanz, Pforzheim und der Eifel liegt. "Da hatten wir am meisten verloren in der schwierigen Phase", erinnert der Brauereichef an die Übernahme des insolventen Unternehmens zum April 2009. Einige Wirte sprangen damals ab.

Neukunden

Inzwischen haben die Eppinger wieder einige gastronomische Aushängeschilder dazugewonnen. Das Ausflugslokal auf dem Hörnle bei Dürrenzimmern gehört dazu, die Clubhäuser der Golfer in Friedrichsruhe und Östringen-Tiefenbach ebenso. Das Haus des Handwerks in Heilbronn hat komplett auf Palmbräu umgestellt. "Mit Sicherheit haben wir 50 Neukunden", freut sich Mitgesellschafter Lionel Berger. Sie sind in der Gastronomie ebenso zu finden wie im Getränkehandel. Weitere interessante Objekte kommen dieses Jahr dazu. Unter anderem werden künftig drei Neckarschiffe mit dem "Stolz des Kraichgaus" beliefert.

Neben den Vertriebsaktivitäten steht 2012 die Gebäudesanierung im Blickpunkt. Im Verwaltungstrakt an der Ludwig-Zorn-Straße ist eine neue Heizung eingebaut worden. Die alten Fenster mit Eisenrahmen und Einfachverglasung haben ausgedient. "Das ist Tiefkühlstandard", sieht Wolfgang Scheidtweiler hier große Möglichkeiten, Energie zu sparen. Die neuen Fenster sind aus Schwarzwälder Kiefernholz und außen mit Aluminium verblendet; integriert ist ein Sonnenschutz. Ins Vertriebsbüro kommt eine große runde Scheibe − wie es sie in den fünfziger Jahren gab.

Museum

Die Eternitdächer über der Füllerei werden durch isolierte Blechprofile mit Solarpaneelen ersetzt, eine alte Lagerhalle abgerissen und neu aufgebaut. Auch das Gebäude über dem Ahnenkeller will das Unternehmen sanieren. "Wir hoffen, dort zur Kirchweih unser Brauereimuseum einweihen zu können", erläutert Scheidtweiler.

Mit Oliver Kohler hat ein neuer Betriebsleiter bei Palmbräu angeheuert. Der Eppinger, gelernter Bankkaufmann, arbeitete fast zehn Jahre bei der Kreissparkasse. Danach war er als Prokurist der Seniorenstifte von Rüdiger Peuckert gut fünf Jahre mit Führungsaufgaben betraut. "Ich will den Ausstoß erhöhen und mit zufriedenem Personal die Kunden zufriedenstellen", definiert der 31-Jährige sein Hauptziel.

Viermal Gold

Die Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft hat die Palmbräu-Biere 2012 gleich fünffach prämiert. Gold gab es für Pilsner, Export, Unser Bestes und Hefeweizen, Silber für das Bio-Pils. Rund 600 000 Euro steckt die Brauerei in die Sanierung, weitere 250 000 bis 300 000 Euro in Museum und Technik. Unter anderem wird eine neue Filtration eingebaut. box