Der mit der Handtasche

Bad Rappenau - Vier Jahre lang hat Thomas Fries an seiner Erfindung getüftelt: eine Handtasche mit neuer Schließtechnik und Beleuchtung. Damit will er jetzt bei den Damen punkten.

Von unserem Redakteur Jürgen Paul

Der mit der Handtasche

Bad Rappenau - Thomas Fries ist ein Hundertprozentiger. "Wenn ich etwas auf den Markt bringe, dann richtig − genau auf den Punkt", sagt der Tüftler aus dem idyllischen Bad Rappenauer Teilort Wollenberg. Deswegen hat es auch gut vier Jahre gedauert, bis sein Lieblingsprojekt an den Start geht. In diesem Herbst will Fries die Damenwelt mit seinem Handtaschenkonzept beglücken.

Die Taschen zeichnen sich dadurch aus, dass sie mit einer Hand problemlos geöffnet und geschlossen werden können − nicht unwichtig in einer Zeit, in der eine Hand meist mit dem Smartphone blockiert ist. Dafür, dass die Besitzerin jederzeit den Überblick behält, sorgen zwei Leuchtdioden, die am Verschluss angebracht sind.

Für die Schließtechnik verwendet Fries Strangpressprofile aus Aluminium, die er wie die Vorspannungsfalttechnik selbst entwickelt hat. "So etwas gibt es bisher nicht", sagt der gelernte Schreinermeister stolz, der das System längst zum Patent angemeldet hat. Beim Sparkassen-Handwerkspreis 2010 siegte Fries’ Handtaschenkonzept in der Kategorie Innovation, vom Landeswirtschaftsministerium gab es im November 2010 den Innovationspreis.

Langer Atem

Der mit der Handtasche
Der Bad Rappenauer hat einen langen Atem bewiesen und einen sechsstelligen Betrag in das Projekt investiert. Ständig hat er die Tasche optimiert, bis sie seinen Anforderungen entsprach. Eine Designerin hat sich um die Optik der verschiedenen Modelle gekümmert, die künftig in Fries’ Onlineshop Sutsju bestellt und individuell konfiguriert werden können. "Sutsju kommt vom englischen ,suits you’, was ,steht dir’ bedeutet", erläutert Fries den Namen, den er sich ebenfalls hat schützen lassen.

Nähen lässt Fries seine Handtaschen von einem Unternehmen im Erzgebirge, in seiner Werkstatt in Wollenberg versieht er sie dann mit dem speziellen Schließmechanismus. Die Preise für die handgefertigten Taschen "made in Germany" beginnen bei 450 Euro. "Wir wollen das mittlere Business erreichen", umreißt der Unternehmer seine Zielgruppe.

Vom Erfolg überzeugt

Vom Erfolg seiner Handtaschen ist Fries überzeugt. "Wenn meine Frau irgendwo mit so einer Tasche auftaucht, wird sie ständig darauf angesprochen", sagt der Tüftler, der seit zwölf Jahren Mitglied im Erfinderclub Mosbach ist. Gleichwohl weiß der 48-Jährige, der seit 20 Jahren erfolgreich mit seiner Firma EPS Fahrzeugausbau Teile für Bordküchen und Inneneinrichtungen für Reisebusse herstellt, dass der Vertrieb kein Selbstläufer ist. "Ein großer, namhafter Kunde zum Start wäre klasse", sagt Fries, der Kontakte zu verschiedenen interessierten Unternehmen geknüpft hat.

Noch bevor die Sutsju-Damenhandtasche auf dem Markt ist, hat der umtriebige Erfinder bereits das nächste Produkt in der Pipeline. Mit Hartschalen-Businesstaschen für Tablet-PCs, ebenfalls mit der neuen Schließtechnik ausgestattet, will Fries auch Männer ansprechen. Stimmt die Nachfrage, wird er sein neuestes Projekt − eine autarke Tasche mit Solarzellen und USB-Anschlüssen für Smartphone und Tablet-PC − weiterverfolgen. "Langweilig wird mir sicher nicht", lacht der Tüftler.