Zurückhaltende Reaktionen auf Palmbräu-Pläne (05.08.08)

Damit Palmbräu der Stolz des Kraichgaus bleibt, hat Welde den Vertrieb übernommen.

Foto: Archiv/ Veigel 
Eppingen/Heilbronn - Palmbräu bekommt einen strafferen Vertrieb. Wie die „Stimme“ heute exklusiv meldete, übernimmt der Vertriebsleiter des Plankstadter Mehrheitsgesellschafters Weldebräu ebenfalls die Verantwortung für den Verkauf des Eppinger Gerstensafts. Das löste zurückhaltende Reaktionen aus.

Anfragen der Kunden

„Man weiß nicht, wie man das deuten soll“, gibt sich Klaus Scherer reserviert. „Fragezeichen bleiben.“ Der Vorsitzende des Eppinger Handels- und Gewerbevereins ist mit seinem Getränkehandel einer der größten Palmbräu-Abnehmer in der Fachwerkstadt. Von den Einzelheiten der Umstrukturierung hat er wie andere auch aus der Stimme erfahren. Die Ankündigung der Welde-Vertriebsleitung, die Traditionsmarke künftig in neuen Gebinden auf den Markt bringen zu wollen, interpretiert Scherer so: „Es fragen immer wieder Leute bei uns, die kleinere Kisten mit zehn Bierflaschen haben wollen.“ Insbesondere Singles und Frauen griffen gerne zu kleineren Kästen. Vielleicht werde dem Rechnung getragen.

Mit „ein bisschen Bauchweh“ verfolgt Uwe Krepp die Entwicklung im Eppinger Brauhaus. „Ich kenne aber die Hintergründe nicht“, betont der Chef des Hotel-Restaurants Villa Waldeck, wo Palmbräu ausgeschenkt wird. Und das, so unterstreicht Krepp, wird auch so bleiben, „solange es Palmbräu in Eppingen gibt“.

„Wir in Eppingen sind stolz auf Palmbräu“, sagt Peter Thalmann, Wirtschaftsförderer der Kommune. Bei den bekannt gewordenen Plänen freute ihn vor allem die Aussage, dass weiterhin am Standort Eppingen gebraut werde, „dass wir Bier von hier trinken“. Klar ist für Thalmann, dass der bundesweite Trend alle Brauereien unter Druck setzt. Deshalb hat er Verständnis dafür, dass sie nach Synergien schauten. Positiv sei, dass der Palmbräu-Vertrieb gestärkt werden soll. Man müsse handeln, „um auf dem Biermarkt zu bestehen“. Schlimmer wäre, warteten die Verantwortlichen nur ab.

Auf dem Heilbronner Volksfest gibt man sich zuversichtlich. „Ich glaube, dass Palmbräu durch die Konzentration an Fahrt gewinnen wird“, sagt der Heilbronner Stadtmarketingchef Bernhard Winkler. „Das liegt jetzt an allen Bierkonsumenten.“ Festwirt Karl Maier hofft, dass sich für die nächsten Volksfestjahre „eine Lösung in gutem Einvernehmen“ finden lässt. Auch über die Festbierkonditionen will Welde neu verhandeln, der Vertrag läuft aber noch zwei Jahre.

Brauerei-Tradition

Bier und Eppingen – diese Begriffe gehören seit fast zwei Jahrhunderten zusammen, wie Reinhard Ihle von den Heimatfreunden erforscht hat. 1808 gab es nur zwei Brauereien, 1876 schon sieben. Ein damaliger Trend spiegelt sich in den Ursprüngen von Palmbräu wider: Gaststätten wie Zum Lamm, Zum Hirsch oder Zum Rössle produzierten eigenes Bier. „So hat auch Palmbräu angefangen.“ Doch während sich die meisten Wirte nur auf ihr Stammhaus in Eppingen beschränkten, expandierte Palmbräu. Ende des 19. Jahrhunderts konnten die meisten Gasthausbrauereien nicht mehr mithalten, 1900 wurde nur noch in der Lamm- und Palme-Brauerei Bier produziert. Acht Jahre später übernahmen die Vorfahren der heutigen Palmbräu das Lamm.    ing/ah/mfd



termine12besenkalenderverkehrspiele

Aktienkurse Regional

Wirtschaftsticker Deutschland & Welt





Handelsregister

handelsregister

Anwaltssuche


Archivsuche