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Sinsheim hält an Plänen für Outlet-Center fest

So könnte ein Fabrikverkauf in den Sinsheimer Messehallen von außen aussehen. Angestrebt werden 10.000 QuadratmeterVerkaufsfläche mit dem Schwerpunkt Bekleidung und Sportartikel.
Sinsheim/Stuttgart - Die Stadt Sinsheim will in einigen seiner früheren Messehallen ein Outlet-Center ansiedeln. Einen entsprechenden Antrag hat sie am Montag dem Regierungspräsidium in Karlsruhe zugestellt. „Eine Umnutzung, Attraktivierung und bauliche Neuorientierung des Gesamtkomplexes ist allein aus städtebaulicher Sicht sowie aus Gründen des sparsamen Umgangs mit Flächen dringend erforderlich“, sagte Oberbürgermeister Rolf Geinert (SPD).
Damit stellt sich Sinsheim gegen die grün-rote Landesregierung, die solche Fabrikverkaufszentren kritisch beurteilt. Nach Ansicht der Verkehrsstaatssekretärin Gisela Splett (Grüne) verstoßen die Sinsheimer Pläne gegen mehrere verbindliche Ziele des Landesentwicklungsplans 2002 und des Regionalplans Rhein-Neckar. Die Regierung befürchtet zudem, dass das Outlet-Center den Einzelhandel in der Region beeinträchtigen könnte.
Sinsheim erhofft sich dagegen von einem solchen Center mehr als eine Million zusätzliche Besucher. Damit könnte es „zu einem der stärksten Tourismusstandorte in Deutschland“ werden, sagte Geinert. Davon könnten das Auto&Technik-Museum am Ort profitieren sowie das Hallen- und Wellnessbad, das zurzeit gebaut wird.

Ein Vorteil für den Fabrikverkauf auf dem Messegelände wäre die direkte Anbindung an die Autobahn Mannheim – Heilbronn. Innerhalb von 90 Autominuten rund um den Standort wohnen 9,8 Millionen Menschen.
Stichwort: Designer Outlet Center
Sie sind eine Weiterentwicklung der klassischen Fabrikverkaufsflächen.Hersteller oder autorisierte Einzelhändler vertreiben in verschiedenen Ladeneinheiten Auslaufmodelle, Überschussproduktion oder Zweite-Wahl-Produkte direkt an den Endkunden. Die Preise müssen mindestens 25 Prozent unter dem Ladenverkaufspreis liegen. Koordination, Organisation und Marketing übernimmt ein Centermanagement.
Die ursprünglich aus den USA stammenden DOC etablierten sich ab Mitte der 1980-er Jahre in Europa. Die meisten Center gibt es mit 40 Standorten in Großbritannien. Italien hat 25 und steht somit kontinental an zweiter Stelle. Deutschland bildet mit lediglich sechs Standorten in der Relation zu Kaufkraft und Einwohneranzahl bislang das europäische Schlusslicht.
Auffällig ist nach Angaben von Ecostra-Geschäftsführer Joachim Will, dass sich die Hauptzielgruppe geändert hat: weg von Familien, hin zu Touristen. red/lsw
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