Nur Siegelsbacher Großbetrieb bekommt Glasfaser-Anschluss

Kraichgau  Unternehmen sind auf schnelle Datenübertragung angewiesen. Der Siegelsbacher Großbetrieb Mann & Schröder erhält einen Anschluss ans Glasfasernetz. Die Heimatgemeinde will davon profitieren, doch das geht nicht.

Von Simon Gajer

Vor einem Jahr wurde die Siegelsbacher Hauptstraße saniert, jetzt will Mann & Schröder Glasfaser haben. Foto: Archiv/Gajer

Auch in anderen Kommunen im Kraichgau haben Gewerbegebiete sehr gute Verbindungen. In Eppingen und den meisten Stadtteilen dürften bald überall bis zu 100 MBit pro Sekunde erreicht werden. In Bad Rappenau erhalten neue Wohngebiete Glasfaser.

Mit den Mann-&-Schröder-Plänen hat sich der Siegelsbacher Gemeinderat befasst. Das Gremium hat nichts dagegen, wunderte sich aber über den Zeitpunkt. Vor einem Jahr war die Ortsdurchfahrt eine Großbaustelle, bei der unter anderem Kanäle und Wasserleitungen ausgetauscht wurden. Man hätte diesen Zeitpunkt nutzen können, so die Ansicht im Gremium, um ein Kabel zu Mann & Schröder zu verlegen. Die Firma liegt an der Hauptstraße.

Bürgermeister drängt auf Änderungen 

„Da war die Straße offen, doch niemand hat gefragt“, sagte Siegelsbachs Bürgermeister Uli Kremsler. Den Gemeinderäten stellte er die vorgesehene Trasse vor, die an einer Hochspannungsleitung beginnen und durchs Gewerbegebiet in Richtung Mann & Schröder führen soll. In Kürze wird sich der Bürgermeister mit den fürs Projekt zuständigen Experten unterhalten und auf Änderungen drängen. Dazu gehört unter anderem, dass auf den letzten Metern das Kabel so verlegt werden soll, dass die Gemeinde auf eigene Kosten einen neuen Gehwegbelag machen kann. Die Hauptstraße soll außerdem erst dort gequert werden, an der noch der alte Asphaltbelag liegt.

Außerdem will Uli Kremsler, dass der Mann-&-Schröder-Ausbau auch anderen zugute kommt. Er will sich für zwei Übergabestationen einsetzen, sodass das Gewerbegebiet und der alten Ortskern schnelles Internet bekommen. Die Gemeinde finanziert den eigentlichen Kabel-Ausbau derzeit nicht. Nur wenn beispielsweise der Gehweg gemacht wird, muss Siegelsbach zahlen. „Wir sind nicht Bauherr“, betonte Uli Kremsler. Das zuständige Unternehmen bremst aber: Man könne keine zusätzlichen Übergabestellen errichten, sagte auf Anfrage unserer Zeitung ein Sprecher der Firma Net-Com BW, die die Kabel verlegt. „Es ist eine privatwirtschaftliche Maßnahme.“ Der Mitarbeiter vertröstet auf Ausbaupläne des Landkreises. In Siegelsbach ist auch geplant, Leerrohre in Richtung Hüffenhardt zu verlegen. Für Bürgermeister Kremsler ist das eine gute Möglichkeit, die Betriebe im ehemaligen Depot zu versorgen. 

Schnelles Netz für einzelne Baugebiete 

Einzelne Baugebiete in Bad Rappenau sind bereits mit der Glasfasertechnik versorgt, sagt Tiefbauamtsleiter Hans-Ulrich Kretz. „Die neuen Baugebiete werden es alle bekommen.“ Zurzeit ist die Telekom dabei, das Bonfelder Gewerbegebiet Buchäcker mit bis zu 1000 MBit pro Sekunde ans Internet anzuschließen. Der Logistiker Hermes bekomme sogar zwei Anschlüsse, weiß der Tiefbauamtsleiter. Vom Buchäckergebiet aus können weitere Firmen über leere Rohre erreicht werden. Diese Kanäle hat die Stadt bereits auf eigene Rechnung verlegt. In Kürze wird Glasfaser in die Riemenstraße Glasfaser kommen.

Im Eppinger Gewerbegebiet Tiefental ist Glasfaser verlegt, sagt Baubürgermeister Peter Thalmann. Zurzeit bewirbt sich die Stadt, über ein neues Förderprogramm das Gewerbegebiet im Osten der Kernstadt so anzubinden. Unterdessen stärke die Telekom den Vorwahlbereich 07262. Bald sollen Übertragungsraten von bis zu 100 MBit pro Sekunde möglich sein. Elsenz und Kleingartach seien bislang aber nicht dabei. Die Stadt lässt das nicht gelten. „Wir sind dran“, sagt Peter Thalmann.