Wenn der Bank das Geld einfriert

Kraichgauer Farbenlehre

Enttäuschung

Es ist OB-Wahl. Doch die meisten Bürger können sich nicht dazu aufraffen, an die Urne zu gehen. Weder in Sinsheim, wo es ein Duell zwischen zwei Bürgermeistern gab, noch in Eppingen, wo Amtsinhaber Klaus Holaschke allein auf dem Stimmzettel stand. Zweifelsohne eine Enttäuschung. Wenn Menschen sich nicht mehr dafür interessieren, wer die kommunalpolitischen Geschicke an ihrem Wohnort lenkt, treten sie die Demokratie mit Füßen.

Störung

Dass eine Bank Gelder einfriert, ist durchaus gang und gäbe. Dass einer Bank das Geld einfriert, hat dagegen Seltenheitswert. Genau das geschah jetzt in Eppingen. Der Geldautomat der Volksbank Kraichgau im Foyer des E-Centers gab den Geist auf, weil sich die Eingangstür verzogen hatte und nicht mehr schloss. Und das war zu viel für den bibbernden Geldspender. Ob der permanenten Minusgrade wollte er nicht mehr. Doch Abhilfe ist in Sicht. "Der Automat wird nachgerüstet", verspricht Gerald Barth, Bereichsleiter Marketing der Bank. Dann sind deren Kunden wieder flüssig, auch wenn es draußen Stein und Bein friert.

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So ändern sich die Zeiten. Früher standen die Fußballfans vor der Rhein-Neckar-Arena Schlange, um Karten für die Heimspiele von 1899 Hoffenheim zu ergattern. Doch nachdem die Blau-Weißen mit ihren trostlosen Auftritten so langsam das schmucke Stadion leeren, muss der Bundesligaverein in die Marketingoffensive gehen. Und so hängen jetzt auch zwischen Elsenz und Neckar Plakate, die zum Besuch der nächsten Partien animieren sollen. Ob’s hilft? Vielleicht sorgt ja der Trainerwechsel für neuen Schwung. Statt hanseatischen Klönschnacks nun bayerisches Gebabbel: Hoffen darf man. Erst recht in Hoffenheim.

Missachtung

Die Eppinger sind bekannt dafür, dass sie sich um Verkehrsregeln nicht besonders scheren. Die Linksabbieger, die es trotz Verbots nicht lassen können, vom Bahnübergang Heilbronner Straße in den Postweg zu fahren, sprechen Bände. Nun gibt es eine neue willkommene Gelegenheit, zivilen Ungehorsam zu demonstrieren. Warum soll man vom Marktplatz aus partout nur geradeaus die Rappenauer Straße ansteuern, wo doch links die Wilhelmstraße lockt? So dachte es sich diese Woche auch der Fahrer eines Vehikels, das zum Eppinger Bauhof gehört. Ein prächtiges Vorbild. Wenn sich noch nicht einmal ein städtischer Mitarbeiter im Dienstfahrzeug an die Verkehrsführung hält, wer dann?

Neuorientierung

Kirchardt sieht sein Heil in einem neuen Weg. Die Gemeinschaftsschule soll den jungen Menschen aus der Gemeinde bessere Bildungschancen vor Ort eröffnen. Während die CDU im Land die Opferung eines bewährten Systems anprangert, tragen ihre Gemeinderäte in Kirchardt die Pläne mit. Das ist bemerkenswert.

Wenn der Bank das Geld einfriert
Aus bei Minusgraden: Ein Geldautomat macht im Eppinger E-Center schlapp. 
Wenn der Bank das Geld einfriert
Marketing in der Misere: Hoffenheim wirbt um Besucher.Fotos: Peter Boxheimer 



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