Skulptur lässt auf sich warten

Von unserer Redakteurin Vanessa Müller

Skulptur lässt auf sich warten
Beliebter Treffpunkt: Die sanierte Ortsmitte in Ittlingen soll mit einem Bronzekunstwerk zusätzlich verschönert werden. Foto: Vanessa Müller 

Ittlingen - Ein fester Punkt, an dem man sich gerne trifft und gemeinsam feiert, so stellen sich die Ittlinger ihre Ortsmitte vor. Die wichtigsten Schritte in diese Richtung sind getan. Die Sanierung des Ortes wurde sogar als gelungene und beispielhafte Einzelmaßnahme für die Wechselausstellung zum Wettbewerb "Mittendrin ist Leben − Entwicklung der Städtebauförderung" des Wirtschaftsministeriums Baden-Württemberg ausgewählt. Doch als Tüpfelchen auf dem i fehlt den Elsenztalern noch ein ganz besonderes Schmuckstück.

Keine Zustimmung

Die Gemeinde hatte im März vergangenen Jahres einen Bildhauerwettbewerb für ein Kunstwerk ausgeschrieben. Einzige Bedingung damals: Die Statue, die den Dorfplatz zusätzlich verschönern soll, muss aus Bronze und soll nicht teurer als 6000 Euro sein. Vier Künstler stellten im November ihre Werke vor, doch keines fand in Gemeinderat und Bevölkerung so rechte Zustimmung. Die einen fanden die Werke zu beliebig, nichts Ittlingerisches sei an ihnen zu entdecken. Eine auf einer Kiste stehende Figur wurde sogar als bedrohlich empfunden. "Es ist Horror, wenn ein Käfer den Kopf eines Menschen frisst" urteilte Rätin Christine Pfähler.

Nachdem jetzt auch die Bürger Gelegenheit hatten, sich die Statuen anzusehen, steht fest: Keines wird Ittlingens Mitte zieren. "Auf Basis der vier Ergebnisse sehen wir uns nicht in der Lage, eine Entscheidung zu treffen", sagte Bürgermeister Achim Heck. An jedem der Kunstwerke gebe es Kleinigkeiten, die einfach nicht passten. Aus diesem Grund habe der Gemeinderat eine Erkundungsfahrt in die Umgebung unternommen, um sich anhand anderer Skulpturen zu erkundigen, "was ist möglich, welche Vorgaben müssen wir ändern." Nicht mehr strikt ortsbezogenen muss nun sein, was drei Künstler einschicken sollen. Gunther Stilling, Kurt Tassoti, Karl-Henning Seemann sind bereit, erneut beziehungsweise neu mit der Gemeinde zusammenzuarbeiten. Bis zum 30. Juni müssen die Werke vorliegen.

Zeit haben

"Die Leute sollen sagen: Das ist etwas Besonderes, das gut in die Ortsmitte passt", kommentierte Heck die Zeit, die bis dahin noch ins Land geht. "Da spielen ein paar Monate keine große Rolle. Wir können uns Zeit lassen." Er erinnerte daran, dass das Kunstwerk unter Umständen über 50 Jahre in Ittlingen steht. Deshalb dürfe man keine Entscheidung über das Knie brechen. Eine Ansicht, die auch Peter Riek teile, der Ittlingen als künstlerischer Berater zur Seite steht. Heck: "Wir brauchen eine Auswahl, wo wir sagen, Mensch, das sieht klasse aus."




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