Schatzsuche in der Altstadt

Eppingen - Bei moderner Schnitzeljagd spüren Pfadfinder Geheimverstecke auf

Von Miriam Hinner

Schatzsuche in der Altstadt
Alles, was man zum Geocaching braucht: Wasserdichte Boxen in verschiedenen Größen, Logbücher und ganz wichtig: ein GPS-Gerät.Foto: privat

Eppingen - Beinahe jeder, der schon einmal durch die Eppinger Innenstadt gelaufen ist, hat unwissentlich ein geheimes Versteck (Cache) passiert. "Das merkt man gar nicht", erklärt Günther Ott von den Eppinger Adlern. "So gut sind die Schätze versteckt." Der 64-Jährige und seine Pfadfindergruppe sind überzeugte Fans des Spiels Geocaching: Sie suchen sich im Internet ein Rätsel, das sie lösen wollen, und finden mit den erratenen GPS-Koordinaten zum Ziel. Und: Sie haben sich auch schon selbst eine moderne Schnitzeljagd ausgedacht, die in Eppingen spielt.

Wandernde Münzen

In wasserdichten Behältern werden Kleinigkeiten versteckt, die der Finder durch etwas ersetzen kann. "Beliebt sind kleine Figürchen", erklärt der Kürnbacher. Er selbst hat sich, wie viele andere, einen Geocoin machen lassen. Das ist eine Münze, die durch das Austauschen einen weiten Weg zurücklegen kann. So ist seine Münze in Spanien gewesen und befindet sich jetzt in Österreich. "Sie kann ein bis zwei Jahre unterwegs sein, bis sie wieder zu Hause bei mir ist", erklärt Günther Ott.

Wer sich auf die Suche macht, sollte vorsichtig sein, denn der Fund muss geheim bleiben. Auf der Suche nach dem Eppinger Schatz muss man an zwölf verschiedenen Plätzen in der Innenstadt Fragen beantworten. Aus allen Lösungen formt sich die Endkoordinate - in fünf Metern Umkreis befindet sich dann der Schatz. Oberstes Gebot: Man darf einen Schatz nicht plündern. Der Finder darf sich aber ins Logbuch eintragen und kann damit im Internet Punkte sammeln.

Spannung

"Durch solch einen Rundgang lernt man die Umgebung kennen - auf spannenden Weise. Es gibt Plätze, an denen fahre ich seit 20 Jahren mit dem Auto vorbei, aber beim Geocaching entdecke ich sie neu." Auch das Verstecken macht Günther Ott großen Spaß. "Man hat so viele Möglichkeiten: im Wald, in kleinen Seen, mit UV-Stiften bei Nacht oder in schwindelnden Höhen. Es kann auch auf einer Hinweistafel mitten in der Stadt sein." Seine eigenen Verstecke muss der 64-Jährige betreuen. "Damit alles seine Ordnung hat", erklärt er. Seinen nächsten Schatz hat er schon fertig. "Ich muss warten bis der Schnee weg ist." Dann wird er vergraben.