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SWEG will sich von Bahnstrecke trennen
Von unserem Redakteur Peter Boxheimer
Krebsbachtal - Die Südwestdeutsche Verkehrs-Aktiengesellschaft (SWEG) will sich von ihrer Bahnlinie im Krebsbachtal trennen. Was das für die 17 Kilometer lange Nebenstrecke zwischen Neckarbischofsheim-Nord und Hüffenhardt bedeutet, ist noch unklar. Zumindest in diesem Sommer wird es am Wochenende wieder Ausflugsfahrten geben.
Seit dem Sommer 2010 fährt im Schwarzbachtal die S-Bahn Rhein-Neckar bis Aglasterhausen. Von dieser Linie zweigt die Stichstrecke nach Hüffenhardt ab. Dort hat die SWEG den Personenverkehr schon im Dezember 2007 eingestellt.
Für ihren Vorstandsvorsitzenden Hans Joachim Disch ist die Umstellung auf die S-Bahn der Hauptgrund, sich auch als Streckeneigentümer aus dem Krebsbachtal zu verabschieden. "Da hat sich die Raumschaft anders erklärt", erläutert er. "Damit ist die Sinnhaftigkeit eines weiteren Betriebs dieser Strecke nicht mehr gegeben."
Angeklopft
Zunächst sucht die SWEG jetzt nach einem Interessenten, der bereit ist, die eingleisige Linie zu übernehmen. Sie hat deshalb beim Förderverein für die Krebsbachtalbahn angeklopft, der den 2010 gestarteten Ausflugsverkehr ehrenamtlich unterstützt. Doch dessen erster Vorsitzender, Neckarbischofsheims Bürgermeister Hans-Joachim Vogt, winkt ab. Er gibt zu bedenken, dass die Aufgabe als Infrastrukturträger die Kräfte der derzeit rund 40 Mitglieder übersteigen würde: "Der Förderverein ist nicht in der Lage, die komplette Verpflichtung zu übernehmen, die sich aus so einer Strecke ergibt." Er könne immer nur unterstützend tätig sein.
Vogt hofft auf kommunale Hilfe. Er setzt auf die Gemeinden entlang der Strecke und auf die Landkreise Rhein-Neckar, Neckar-Odenwald und Heilbronn. Mit seinen Bürgermeister-Kollegen und dem Verkehrsverbund Rhein-Neckar will Neckarbischofsheims Rathauschef erörtern, wie es weitergehen kann. Findet sich keine Lösung für die Bahnlinie, droht die Einleitung eines förmlichen Stilllegungsverfahren. "Das versuchen wir natürlich zu verhindern", betont Vogt.
Die SWEG so weit wie möglich von Aufgaben zu entlasten − darin sieht Fördervereinsmitglied und Zugbegleiter Jürgen Heß eine Chance. Der Sprecher der Bürgerinitiative Verkehrsforum 2000 denkt zum Beispiel an die Übernahme von Hilfsarbeiten wie den jährlichen Grünschnitt, um die Kosten für das Verkehrsunternehmen zu senken. Die Strecke finanziell und vom Knowhow her zu betreiben, sei eine große Aufgabe: "Der Verein an sich kann das nicht stemmen."
Vom 1. Mai bis zum dritten Sonntag im Oktober wird auf der Bahnlinie wieder ein Ausflugsverkehr angeboten. "Das ist sichergestellt", sagt Hans-Joachim Vogt. Unter der Woche gibt es am 24. Mai erneut einen Sonderfahrtag für Ausflügler. Zusätzlich pendelt der Zug am 1. August zu den Neckarbischofsheimer Feldbahntagen und am 21. Juli zum Siegelsbacher Dorffest durchs Tal.
Triebwagen
Ziel des Fördervereins ist es, für die Ausflugsfahrten von der Pfalzbahn den Esslinger Triebwagen zu bekommen, der eigentlich schon im vergangenen Jahr verkehren sollte, aber in der Werkstatt blieb. "Er ist in großen Zügen fertig", weiß Jürgen Heß. Es fehlten aber noch ein paar sicherheitsrelevante Bauteile wie ein Tacho.
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