Kleine Erfolge und großer Spaß

Bad Rappenau - So leicht wie beim letzten Bundesseniorensportfest vor zwei Jahren hatten es die Teilnehmer gestern, am ersten Wettkampftag in der Mühltalhalle, nicht mehr. Beim Frisbee-Golf mussten die weißen Flugscheiben nicht bloß möglichst zielgenau auf markierte Flächen am Boden geworfen werden, sondern durch aufgestellte Reifen oder über Sitzbänke hinweg.

Von Steffan Maurhoff

Kleine Erfolge und großer Spaß
Zielsichere Seniorin: Gertrud Höpfer aus dem Westerwald wirft beim Frisbee-Golf eine weiße Flugscheibe durch einen Reifen.Fotos: Steffan Maurhoff

Bad Rappenau - So leicht wie beim letzten Bundesseniorensportfest vor zwei Jahren hatten es die Teilnehmer gestern, am ersten Wettkampftag in der Mühltalhalle, nicht mehr. Beim Frisbee-Golf mussten die weißen Flugscheiben nicht bloß möglichst zielgenau auf markierte Flächen am Boden geworfen werden, sondern durch aufgestellte Reifen oder über Sitzbänke hinweg. "Früher haben die Leute die Scheiben am Boden ins Ziel gleiten lassen", schmunzelte Holger Wölk vom veranstaltenden Deutschen Behindertensportverband (DBS) .

Nicht so einfach

Was so simpel klingt, ist es gar nicht. Insbesondere für Ältere oder Menschen mit Behinderung. Trotzdem gibt es Erfolgserlebnisse: "Vor zwei Jahren hatten wir eine blinde Teilnehmerin, die hat es geschafft, fünf Mal zu treffen." Eine Klingel hatte ihr signalisiert, wohin sie die Frisbee-Scheibe werfen musste.

Die kleinen sportlichen Erfolge und der große Spaß an der Aktivität haben dafür gesorgt, dass sich rund 75 Prozent der rund 350 zum Bundesseniorenfest nach Bad Rappenau gereisten Teilnehmer fürs Frisbee-Golf in der Mühltalhalle angemeldet haben − ein Gradmesser für den Beliebtheitsgrad der Breitensportart. Schnell hoher Beliebtheit dürfte sich auch erfreuen, was der aus Japan stammende Daisuke Hashimoto mitgebracht hatte: Luftballonvolleyball. Hashimoto hat Sonderpädagogik studiert und ist im Behindertensport tätig. Aus seinem Heimatland stammt der Sport, der für körperbehinderte, sehbehinderte und sogar geistig behinderte Menschen leicht zu lernen und auszuüben ist. Gespielt wird mit einem großen Luftballon anstelle eines Volleyballs. Zwei kleine Glöckchen im Ballon lassen auch Blinde erkennen, wo der Ball sich befindet. "Ein einziges Glöckchen ist zu leise", weiß Hashimodo. "Aber mit drei Glöckchen fällt der Luftballon zu schnell."

Schnell sind die Regeln erklärt. Erstens: Jeder Spieler einer Mannschaft muss den Ball mindestens einmal berühren, bevor er übers Netz gespielt wird. Und zweitens: Jeder kann mitmachen − egal, ob jung oder alt, behindert oder nicht behindert. Und Spaß macht das Ganze auch noch. Beim ersten Wettkampftag in Bad Rappenau kam das Lachen in der Mühltalhalle jedenfalls nicht zu kurz. Mit Freude bei der Sache waren auch die eingeteilten Schüler. Bevor das Frisbee-Golf-Turnier begann, verteilte Gabi Gretzke-Schayna, pädagogische Assistentin der Grund- und Hauptschule, gelbe Kampfrichter-T-Shirts an Helfer aus der siebten Klasse. "Es ist uns wichtig, den Kontakt herzustellen zwischen Alt und Jung, zwischen Behindert und Nichtbehindert", berichtete Holger Wölk.

Kleine Erfolge und großer Spaß
Trend aus Japan: Luftballonvolleyball in der Mühltalhalle.

Schüler helfen

Damit die Schüler merken, worum es beim Seniorensportfest geht, dürfen sie bei den heute und morgen geplanten Geschicklichkeitswettbewerben auch mal ran. Das war auch bei den vorangegangenen Veranstaltungen so. Mit überraschenden Ergebnissen, so Wölk: "Wir haben es bisher noch nicht erlebt, dass der beste Schüler besser war als der beste Senior."

Von Bad Rappenau, wo das Fest in dieser Woche erstmals ausgetragen wird, ist DBS-Bundesbeauftragter Wolfgang Tenhagen angetan: "Die Örtlichkeiten sind für unsere Sportaktivitäten optimal."

Punkte sammeln

Geschicklichkeitswettbewerbe in der Mühltalhalle sind heute und morgen geplant. Insgesamt möglich sind 10 000 Punkte – ein bislang unerreichtes Ergebnis. Eine Rätselrallye und ein auch für die Öffentlichkeit gedachter Gesundheitsnachmittag im Kurhaus sind am Donnerstag, 25. März vorgesehen. Eine Radwanderung beziehungsweise eine Volkswanderung mit wahlweise drei, sechs und zehn Kilometern Streckenlänge stehen am Freitag an. Abschluss mit Siegerehrung am Freitag um 19 Uhr im Kurhaus.