Kirchardt rührt die Werbetrommel

Von unserem Redakteur Peter Boxheimer

Kirchardt rührt die Werbetrommel
Sie sitzen beim Thema Gemeinschaftsschule in einem Boot (von links): Markus Trunzer, Martina Diez, Konrektorin Ilona Steska, Gudrun Spaltenberger, Ishak Agirman, Rudi Kübler und Werner Fröhlich von der Kirchardter Lenkungsgruppe, die jetzt ihre Arbeit aufgenommen hat.Foto: Peter Boxheimer 

Gemeinschaftsschule - Bürgermeister Rudi Kübler ist es wichtig, dass "wir eine positive Stimmung erzeugen und Begeisterung wecken". In Kirchardt soll es ab 2013 statt der bisherigen Werkrealschule eine Gemeinschaftsschule geben. Die vom Gemeinderat mit den vorbereitenden Arbeiten betraute Lenkungsgruppe hat sich jetzt konstituiert.

Verantwortung Die Kraichgaugemeinde will für die neue Schulform die Werbetrommel rühren und dabei die Eltern frühzeitig einbinden. Kübler: "Durch den Wegfall der verbindlichen Grundschulempfehlung haben sie mehr Verantwortung für den Bildungsweg ihrer Kinder."

Noch vor den Sommerferien soll es in allen dritten Klassen Informationsveranstaltungen geben. Außerdem wird sich die Lenkungsgruppe Schulen anschauen, die bereits nach den angestrebten pädagogischen Grundsätzen arbeiten. Zugleich soll das neue Angebot den örtlichen Firmen schmackhaft gemacht werden.

Die Stärken der Kinder zu nutzen und auszubauen − darin sieht der Rathauschef den großen Vorteil der Gemeinschaftsschule, die alle Bildungswege bis zur zehnten Klasse parallel anbietet. Für ihn ist es "eine logische Fortsetzung der bisherigen Arbeit". Schon jetzt gebe es im Unterricht an der Kirchardter Birkenbachschule Ansätze, aus dem Klassenverband rauszugehen.

Mit stark 30 Schülern pro Jahrgang rechnet die Gemeinde in der angepeilten Einrichtung. Kübler nennt dies einen großen Pluspunkt: "Eine überschaubare, stabil zweizügige Schule vor Ort, die nicht überquillt." Er erwartet, dass sich auch ein Teil der potenziellen Realschüler und Gymnasiasten für diesen neuen Weg entscheiden wird.

Als großen Vorteil betrachtet es Rektorin Gudrun Spaltenberger, dass die Gemeinschaftsschule von unten nach oben aufgebaut wird − beginnend mit der fünften Klasse. Die ersten Absolventen werden also erst 2019 verabschiedet. "Ich setze auf die langsame, aber intensive Entwicklung und nicht den Schnellschuss", verdeutlicht die Schulleiterin. Pädagogische Probleme vermag sie nicht zu erkennen. Jeder Lehrer, der motiviert sei, packe das auch. Kübler bringt den neuen Arbeitsstil auf den Punkt: weniger Einzelkämpfer und viel mehr Teamwork. Das pädagogische Konzept wird eine Arbeitsgruppe an der Birkenbachschule erstellen.

Erleichterung Die Elternvertreter in der Lenkungsgruppe stehen hinter dem Kurswechsel. "Wenn man die Schule am Ort hat, ist das eine große Erleichterung", findet Ishak Agirman. Den Gemeinschaftsschülern bleiben längere Busfahrten und Wartezeiten erspart. "Ich finde es toll", betont Martina Diez. Der Blick werde wieder auf die speziellen Stärken gelenkt, die die jungen Menschen mitbrächten.

Aufbruchstimmung erkennt Gemeinderat Markus Trunzer: "Wir werden eine weiterführende Schule haben, die vollwertig anerkannt ist." Sein Kollege Werner Fröhlich verweist auf Schwimmbad, Sporthalle und Leichtathletikplatz vor der Haustür. "Etwas Optimaleres kann man sich von der Infrastruktur her gar nicht vorstellen", meint er.

Bis zum November muss die Gemeinde beim Land den Antrag stellen, damit die Gemeinschaftsschule im Sommer 2013 starten kann. Ein Ja in Stuttgart hält Rudi Kübler für sicher: "Uns wurde signalisiert, dass man dort alle Ampeln auf Grün sieht."




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