Genuss zwischen Schauern

Eppingen - Das Wochenende war wechselhaft − und trotzdem haben sich die Eppinger die Freude am Kartoffelmarkt und an einer belebten Innenstadt mit Verkaufsoffenen Sonntag nicht nehmen lassen. Sie kamen früh, zum Schwatzen, Einkaufen, Essen. Und sie genossen die Zeit, in der die Sonnenstrahlen den Marktplatz erwärmten, bei einem der vielen Gerichte, unter denen sie wählen konnten.

Von Ulrike Plapp-Schirmer

Genuss zwischen Schauern
Die Mühlbacherin Doris Hiebinger nutzte den Samstag zum Einkaufen.

Eppingen - Das Wochenende war wechselhaft − und trotzdem haben sich die Eppinger die Freude am Kartoffelmarkt und an einer belebten Innenstadt mit Verkaufsoffenen Sonntag nicht nehmen lassen. Sie kamen früh, zum Schwatzen, Einkaufen, Essen. Und sie genossen die Zeit, in der die Sonnenstrahlen den Marktplatz erwärmten, bei einem der vielen Gerichte, unter denen sie wählen konnten.

Kartoffelsuppe, Kartoffelsalat, Kartoffelknödel. Matjes nach Hausfrauenart mit Pellkartoffeln, Fischfilet mit Kartoffelpfefferkruste oder Eppinger Saumagen mit Bratkartoffeln − an diesem Wochenende spielte die tolle Knolle die Hauptrolle, aber nicht nur kulinarisch.

Tradition

"Schon vor Gründung unseres Unternehmens 1955 hat es hier traditionellen Kartoffelanbau gegeben", erklärte Jürgen Wild, der größte Kartoffelvermarkter Baden-Württembergs: In den "guten Lehm-Löß-Böden" wuchs die Erdfrucht von jeher besonders gut. Kein Zufall also, dass die Fachwerkstadt einen Kartoffelmarkt hat. Dieses Jahr fand er zum zwölften Mal statt. "Wir waren von Anfang an dabei", erzählte Wild. An einem eigenen Stand beantworteten Mitarbeiter und Familienmitglieder auch Fragen zu den Produkte, die das Unternehmen über die großen Einzelhandelsketten von Edeka bis Aldi vertreibt.

Kleine Kartoffeln und kleine Zwiebeln im kleinen Gebinde gab es zum kleinen Preis: Der Erlös kommt dem örtlichen Roten Kreuz mit seinen Helfern vor Ort zugute. "Der Informationsbedarf der Leute ist groß", beobachtete Jürgen Wild. "Ich hock da und kann den ganzen Markt überblicken", erklärte der Imker und Schnapsbrenner Karl Heidelberger. "Wenn ich fünf bis sechs Freitage hier bin, kann ich mich nicht so unterhalten wie auf dem Kartoffelmarkt", fügte er an. Denn auch zu ihm kamen die Leute mit Fragen.

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Wie Wild und Heidelberger nutzten auch die Eppinger Bauernläden Schlimm und Bachmann die Veranstaltung, um auf sich aufmerksam zu machen. "Was man draus machen kann", hätten die Leute von ihm, Stephan Schlimm, wissen wollen. Und auch Isolde Bachmann klärte auf: Ob Rosara, Quarta, Baccara, Ditta oder Princess, sie weiß, welche Kartoffel wann und warum die richtige ist.

Die Mühlbacherin Doris Hiebinger kam am Samstag zum Einkaufen und am Sonntag zum Essen wieder. Und so ist der Eppinger Kartoffelmarkt eben beides: ein echter Handelsplatz, auf dem nicht nur Kartoffeln verkauft werden, und ein gemütliches, überschaubares Fest, das die Eppinger einmal mehr in ihrem Gemeinschaftsgefühl stärkt. Zugleich profitierte der innerstädtische Handel: Anlässlich des Kartoffemarktes hatten sich wieder viele Händler am Sonntag etwas einfallen lassen. "Die Idee, der Gastronomie am letzten Augustwochenende eine Plattform zu bieten, hat Tradition", erklärte Oberbürgermeister Klaus Holaschke. Und die wird im nächsten Jahr fortgesetzt.

Am Wochenende ist wieder Kartoffelmarkt in Eppingen. Foto: Archiv/Plapp-Schirmer
Genuss zwischen Schauern
Salat, Waffeln, Schnaps: Hauptsache sie waren aus Kartoffeln.
Genuss zwischen Schauern
Peter Blaschek ließ sich die süßen Kartoffelklöße schmecken.