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Erfolgsgeschichten und offene Baustellen
Von unserem Redakteur Alexander Hettich
Eppingen - Klaus Holaschke steht vor seiner zweiten Amtszeit als Eppinger Oberbürgermeister. Wenn am morgigen Sonntag 15 600 Bürger zur Wahl aufgerufen sind, ist der 49-Jährige einziger Kandidat auf dem Stimmzettel. Seit seinem Amtsantritt vor acht Jahren hat Eppingen einen deutlichen Wandel durchgemacht, der vor allem im Zentrum abzulesen ist. Auf die Große Kreisstadt warten aber auch einige Herausforderungen und nicht zuletzt − mit der Gartenschau 2021 am fernen Horizont − große Entwicklungschancen.
Kontraste
Der Durchgang zwischen altem Rathaus und modernen Anbau ist eine gute Stelle. Von hier genügt eine Drehung des Kopfes, um die herausgeputzte neue Mitte und die Stadt der offenen Baustellen und brachliegenden Potenziale in Augenschein zu nehmen. Auf der einen Seite liegt der Marktplatz − vor wenigen Jahren noch eine ungemütliche Autoabstellfläche, jetzt einladender Mittelpunkt der Stadt und Magnet für eine ganze Reihe neuer Geschäfte und Cafés. Eine echte Eppinger Erfolgsgeschichte.
Auf der anderen Seite des Durchgangs liegt das Areal der ehemaligen Süßmosterei − eines jener Dossiers, das Klaus Holaschke meint, wenn er wie jüngst im Gespräch mit unserer Zeitung sagt: "Bei manchen Dingen hätte ich gerne gesehen, dass es schneller vorangeht." Pläne für ein üppiges Einkaufszentrum hatten sich als eine Nummer zu groß erwiesen. Ein laufender Investorenwettbewerb soll zeigen, wie es mit dem Handelsstandort Süßmosterei weitergeht. Eine jahrelange Hängepartie entspann sich auch um das Hecker-Areal im Südwesten der Innenstadt. Hier erhofft man sich von der Ansiedlung des neuen Lidl-Markts eine Signalwirkung für die Ansiedlung weiterer Geschäfte.
Verkehr
Neben der Entwicklung des Handels ist der Verkehr ein Dauerbrenner in der Stadt, die im vergangenen Jahrzehnt auch mit der Ausweisung neuer Baugebiete um rund 1000 Einwohner zugelegt hat. Die Haupteinkaufsmeile Brettener Straße wird zum verkehrsberuhigten Bereich, Autos spielen hier bald nur noch die zweite Geige. Bei der Lokaltour unserer Zeitung hat Holaschke erstmals eine Fußgängerzone als Fernziel skizziert. Großes städtebauliches Potenzial birgt die kleine Gartenschau. Sie geht zwar erst 2021 über die Bühne, soll das Gesicht der Stadt aber schon vorher verändern, vernachlässigte Areale wie den Mühlkanal aufwerten und ein grünes Band um die Innenstadt legen. Das Projekt soll ausstrahlen in die äußeren Stadtteile, wo sich in den vergangenen Jahren einiges getan hat − sei es die neue Adelshofener Halle, die Sanierung der Ortsdurchfahrt in Elsenz oder die Eröffnung neuer Museen wie der Weinbaustube Kleingartach. Ein Handicap bleibt in manchen Ortsteilen die lahme Internetanbindung. Hier könnte die geplante Gründung Eppinger Stadtwerke Impulse geben − auch das ein Mammutprojekt, das die Stadt in Atem halten wird. Spannend wird, welche Auswirkungen die Umbrüche in der Bildungslandschaft auf den Schulstandort haben. Neben den vielen Vereinen und den traditionsreichen Unternehmen sind die Schulen wichtige Säulen der Stadtgesellschaft − eine Eloge auf das beispielhafte bürgerschaftliche Engagement in Eppingen fehlt ohnehin in keiner offiziellen Rede.
Zuwachs
Für die Zukunft wird Eppingen ein moderater Bevölkerungsanstieg prognostiziert. Als Wohn- und Arbeitsort bleibt die Stadt attraktiv, wozu nicht zuletzt der Nahverkehr beiträgt. Es gab Zeiten, da hat man sich überlegt, ob der Bahnhof überhaupt noch gebraucht wird. Mittlerweile ist die Große Kreisstadt mit ihrer langen Eisenbahntradition ein Verkehrsknoten, der zuletzt mit der Anbindung an die S-Bahn über Sinsheim nach Heidelberg weiter aufgewertet wurde. Dass auf der Strecke nur im Stundentakt Züge fahren ist für Eppingen ein Ärgernis, hier will die Stadt am Ball bleiben − nur eine der Herausforderungen für den alten und neuen Oberbürgermeister.
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