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Drei Buchstaben - eine Elsenzer Ära
Von unserem Redakteur Alexander Hettich
Eppingen - Hans-Dieter Holzwarth ist mehr als ein Elsenzer Urgestein. Der Mann, den jeder nur unter dem Kürzel HDH kennt, ist im Eppinger Stadtteil eine Marke. Lebensmittel, später Getränke kaufte man in Elsenz stets bei HDH und seiner Frau Helga. Jetzt geht eine Ära zu Ende.
Nach mehr als 50 Jahren im Einzelhandel verabschiedet sich der 67-Jährige in den Ruhestand. "Jetzt wird erst einmal ausgespannt", sagt Holzwarth, der jahrzehntelang nur Sechs-Tage-Wochen ohne viel Urlaub kannte. Ganz so reibungslos geht der Abschied nicht über die Bühne. "Ich hab noch einen Schlüssel zum Getränkemarkt." Sein Rat ist nach wie vor gefragt.
Kaufhaus der Eltern übernommen
Wer käme heute noch auf die Idee, Kaffee, Zucker oder Kakao als Kolonialwaren zu bezeichnen? Als Hans-Dieter Holzwarth 1961 im elterlichen Kaufladen in Elsenz seine Ausbildung begann, gehörten eben jene Spezialitäten ebenso zum Sortiment wie Zement oder eine Zapfsäule zum Tanken.
Selbst in die Regale zu greifen, war im Kaufhaus Benz, so der traditionsreiche Name, damals noch nicht üblich. "Wir Kaufleute haben die Waren herausgegeben", erinnert sich Holzwarth. Selbstbedienung war erst ab 1966 angesagt, 1971 übernahm der Ur-Elsenzer mit seiner Frau das Geschäft an der Sinsheimer Straße.
Treue Kunden im Ort
Ein Getränkemarkt kam hinzu − Ehrensache, dass sich die örtlichen Vereine hier für ihre Feste eindeckten. "Die Elsenzer", betont Helga Holzwarth, "waren uns immer sehr treu." Trotzdem war es nicht leicht, sich gegen die immer größeren Supermärkte zu behaupten. "Die Nahversorgung in Elsenz ist aber bis heute gut."
Bei HDH waren neben Lebensmitteln, Gebäck oder Bierkisten auch andere Waren zu haben, und das gratis: Anekdoten aus dem Ort, ein persönliches Gespräch. "Das ist anders als in der Großstadt", weiß Helga Holzwarth, "hier legt jeder Wert darauf, dass ein bisschen mit ihm gesprochen wird." HDHs Gattin ist zwar aus dem Odenwald zugezogen. "Nach 40 Jahren werde ich aber die Elsenzer Staatsangehörigkeit haben", schmunzelt sie.
Jetzt ist Wellness angesagt
Die Holzwarths waren immer für einen Plausch zu haben. Ferien? Das hieß, dass die Familie das Feld im Sommer für drei Wochen zumindest am Nachmittag Angestellten überließ. Mehr war nicht drin. "Jetzt machen wir vielleicht eine Wellnessreise in der Umgebung", schmiedet Hans-Dieter Holzwarth Ruhestandspläne. Das Lebensmittelgeschäft hat die Familie bereits 2004 an die Eppinger Bäckerei Stier übergeben.
Den Getränkemarkt führt nun die Firma Scherer als Außenstelle weiter. Hans-Dieter Holzwarth hält den Kontakt zu den Vereinen und hilft gelegentlich aus. Den Ladenschlüssel behält er vorerst.
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