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Café am Burgplatz geht, Fischer Tom kommt
Von unserer Mitarbeiterin Gabriele Schneider
Sinsheim - Wenn das Café am Burgplatz (CAB) am 26. Februar um 19 Uhr schließt, beginnt für die Mitarbeiter kein normaler Feierabend. Denn danach gibt es das Kaffeehaus nicht mehr. Doch schon ein paar Wochen später, Anfang April, wird das dann vor allem innen umgestaltete Haus vom nahezu gleichen Team neu eröffnet. "Wir ändern die gastronomische Ausrichtung komplett", sagt Geschäftsführer Tom Schulze, "und kommen als hochwertiges Fischrestaurant wieder", mit einem auf Fischküche spezialisierten Koch. Lokale dieser Art, erklärt Schulze, gebe es nur sehr wenige in der Region.
Engagiert im Betrieb
Im Juli 2009 eröffnete der Förderverein Brücke der Carl-Orff-Schule (COS) gemeinsam mit der Initiative zur Förderung von Arbeitsplätzen für psychisch Kranke (ifa) Heidelberg und dem Bürgerkreis Sinsheim das integrative Café auf dem neu gestalteten Burgplatz. Mit Praktika, Einstiegsqualifikation, Ausbildungs- und Arbeitsplätzen für Menschen mit Sinnesbehinderungen, psychischen oder längerfristigen Erkrankungen, für die COS-Förderschüler und für Jugendliche, die auf dem freien Markt normalerweise keine Chance haben. Im Tagesbetrieb können sie zeigen, wie engagiert sie sind. Das alles in einem einigermaßen geschützten Raum, so Schulze.
Soll das nun vorbei sein? "Auf gar keinen Fall." Gerade die schwer behinderten Mitarbeiter werden alle auch im neuen Lokal Fischer Tom beschäftigt sein. Auch die Ausbildung zum Beikoch geht weiter, ebenso Einstiegsqualifikation und die diversen Praktika. "Alle werden weiterhin ihren Platz hier haben", versichert er. Neben der Umstellung von Café- auf Restaurantbetrieb stehen weitere Veränderungen an: Die Barhocker vor der langen Theke verschwinden, die Kaffeerösterei, die das CAB gemeinsam mit der COS betrieb, wird von der Schule weitergeführt, die den Kaffee dann auch selbst vermarktet. Die Leseecke der Buchhandlung Bücherland wird es dann nicht mehr geben. Ebenso wenig wie "den gesamten kulturellen Bereich", erklärt Schulze. Dazu zählen Livemusik, Lesungen oder auch Ausstellungen. "Das passt leider nicht zum Konzept des Restaurants", sagt er.
Konkurrenz
Auch ein neuer Investor ist ab sofort mit an Bord: Unternehmer Freddy Kalder. Warum er sich an diesem gemeinnützigen Projekt beteiligt? "Natürlich aus Interesse", sagt Schulze lachend und fügt hinzu, Kalder unterstütze das CAB bereits von Anfang an. Dass sich am Burgplatz etwas ändern muss, ist den Betreibern spätestensim vergangenen Sommer klar geworden. Immer mehr Bäcker in der Fußgängerzone stellten Tische vor die Tür, und im Bahnhof eröffnete ein großes Café. Lauter neue Konkurrenz für das gemütliche Kaffeehaus, die den Besucherstrom dämpft. Seit Oktober hatte das CAB darum nur noch tagsüber geöffnet. Zu Fischer Tom hingegen wird man abends gehen. Nur in den warmen Monaten kann tagsüber auch auf der Terrasse zusammengesessen werden.
Tom Schulze sieht die Veränderungen mit einem lachenden und einem weinenden Auge: "Ich freue mich riesig auf unser neues Fischlokal", sagt er, "aber die Lesungen und die Livemusik werde ich schon sehr stark vermissen."
Personal bleibt
Im Café am Burgplatz sind derzeit etwa zehn Mitarbeiter, darunter auch Aushilfen, angestellt. Außerdem arbeiten ein Auszubildender im Einstiegsqualifikationsjahr sowie pro Werktag ein Praktikant aus der Carl-Orff-Schule mit. Personalabbau soll es nach dem Umbau nicht geben. Ganz im Gegenteil, erklärt der alte und neue Geschäftsführer Tom Schulze. gab
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