Bloß nichts Privates

Als Blogger schreibt Andreas Dittes im Netz mittlerweile über technische Fortschritte

Von Simon Gajer

Bloß nichts Privates
Andreas Dittes mit seinem Internet-Blog www.dittes.info/blog, den der Sulzfelder seit 2005 betreibt.

Foto: Simon Gajer / HSt-Montage: Manfred Meißner

Als ganz geschickten Notizzettel hat der Sulzfelder Andreas Dittes das Internet zunächst angesehen: Was er darin anführt, kann er überall lesen. So schrieb er drauf los. „Am Anfang war ich mein einziger Leser“, erinnert sich der 22-Jährige an seine Anfangszeit. Zwar stehen auf www.dittes.info/blog immer noch Fotos und Eindrücke vom Johannisfeuer in Sulzfeld, doch eigentlich schreibt er über Technik. Die neusten Trends im Netz, die unter dem Stichwort Web 2.0 laufen und die Internetsurfer vom bloßen Konsumenten zum Prosumenten machen. Eine Wortkreation, die verdeutlichen soll, dass ein Nutzer sowohl produziert als auch konsumiert. Beispielsweise über Seiten wie xing.com, in der sich Menschen miteinander vernetzen, oder del.icio.us, in der Surfer Verknüpfungen zu wichtigen Seiten ablegen.

Bekanntheit Mitte 2005 startete er seinen Blog, und je nach Zählweise kommt er auf 1000 Zugriffe am Tag, etliche darunter aus dem Ausland, in Deutschland positioniert ihn deutscheblogcharts.de auf Position 87. Mit 13, 14 Jahren - „spät“, sagt er - kam Dittes mit Rechnern in Kontakt, doch um so schneller begeisterte er sich für sie. Am Brettener Edith-Stein-Gymnasium leitete der Sulzfelder sogar eine Computer-AG.

„Sicher auch ein wenig Selbstdarstellung“ steckt hinter seinem Blog, gibt Andreas Dittes zu. Doch er möchte mit seinen fast täglichen Einträgen einfach selbstlos andere Surfer über Neues informieren, eigene Gedanken verarbeiten. Außerdem schade es auf gar keinem Fall dem beruflichen Weiterkommen, auch wenn alles „total subjektive“ Texte sind. Dittes bezeichnet es als „digitale Reputation“, weil meist Firmen auf ihn aufmerksam werden, die Fragen zum Thema Blogging und Web 2.0 haben.

Täglich neue Texte, immer online - doch das heißt nicht, dass er ständig im Netz hängt. Vielmehr lässt Andreas Dittes den Computer an, sieht nebher fern oder liest ein Buch. Derzeit sind es pro Woche zweieinhalb, vor allem technische Werke schnappt er sich, doch auch zu Zeitungen und Romanen greift er - „also nicht nur die eher subjektiven Erzeugnisse von Bloggern“.

Auch wenn er mit privaten Zeilen anfing, Persönliches ist mittlerweile nur noch per Passwort für Bekannte zu lesen. Er ist überzeugt, dass Nutzer, die bislang noch sehr viel Privates in Plätzen wie Myspace veröffentlichen, dieses in ein paar Jahren vielleicht nicht mehr lesen wollen - und es womöglich nicht mehr aus dem Internet löschen können. Andreas Dittes steht zu seinen Einträgen, die er ins Internet setzte und zurzeit vielleicht nicht mehr so deutlich schreiben würde. „Es zu löschen wäre aber ungerecht.“

Sein Internetauftritt hat übrigens Kontakt zu Namensvettern geschaffen: Als Dittes aus den USA in Suchmaschinen nach ihrem Namen forschten, fanden sie den Sulzfelder. „Jetzt sind wir dabei, einen Stammbaum zu entwickeln.“

Andreas Dittes

Die Seite des Sulzfelders ist zu finden unter www.dittes.info/blog.