Welle der Sachbeschädigung reißt nicht ab

Bad Rappenau  Ausgerissene Bäume, zertrampelte Pflanzen, umgeknickte Schilder im Bad Rappenauer Salinenpark: Das hat die Polizei bereits am zurückliegenden Wochenende gemeldet. Doch die Sachbeschädigungen gingen auch am Tag der Deutschen Einheit weiter.

Von Ulrike Plapp-Schirmer

Welle der Sachbeschädigung reißt nicht ab

Im Salinenpark wurden am Wochenende junge Bäume ausgerissen, Blumenkübel umgeworfen und Schilder abgeknickt. An der Mühltalhalle ging der Vandalismus weiter. Der Schaden wird auf mehrere Tausend Euro geschätzt.

Foto: privat

Der Bauhof entdeckte am Mittwochmorgen ein abgeknicktes Park-Schild sowie einen abgerissenen Scheinwerfer im Bereich der Mühltalhalle. Auf dem kleinen Spielplatz in der Rohräckerstraße wurde ein Spielgerät beschädigt. "Es ist zum Weinen", sagt Rathaussprecherin Eva Goldfuß-Siedl.

Ratlosigkeit im Rathaus

Was man dem Vandalismus entgegen setzen könne, wisse niemand. Denn die Stadt hat bereits einen privaten Wachdienst engagiert, der in den Sommermonaten an Wochenenden vor allem die Parks abläuft. Ende Oktober sollte dieser Dienst eigentlich eingestellt werden. Wie es nach den aktuellen Ereignissen weitergeht, entscheidet der Gemeinderat.

Dabei hat Bad Rappenau schon fast alles ausprobiert, um Vandalismus an öffentlichen Plätze oder an Privateigentum zu verhindern: Kameras an bestimmten Plätzen, die ehrenamtlichen Nachtwanderer, die Jugendliche auch gezielt angesprochen haben, ein privater Wachdienst. "Vorige Woche habe ich die Polizei gebeten, wieder vermehrt Präsenz zu zeigen", sagt Ordnungsamtsleiter Roland Deutschmann: "Das wurde auch zugesagt."

Verlagerung des Problems

Doch all diese Maßnahmen scheinen das Problem nicht zu verringern: "Wenn wir uns um einen Bereich stärker kümmern, verschiebt sich das Problem auf einen anderen", so Deutschmann. Er bedauert, dass auch dieses Mal niemand auf frischer Tat ertappt wurde.

Doch es gibt Hinweise, dass die Grillhütte im Salinenpark kurz vor den Taten benutzt worden ist: Bauhofmitarbeiter fanden einen roten Roll-Korb der Supermarkt-Kette Rewe, mit dem eventuell Grillgut transportiert worden war. Überall lagen Reste rum, so Bauhofleiter Achim Gerbig. Hinter der Grillhütte sei ein Billiggrill gefunden worden, am Waldrand lagen Weinflaschen. Für Gerbig ist das ein Hinweis darauf, dass auch Alkohol im Spiel war.

Unverständnis beim städtischen Bauhof

Dabei hat der Bauhofleiter überhaupt kein Verständnis für junge Männer, die ihre Kraft an einem in die Erde betonierten Hinweisschild für Parkbesucher auslassen. Wäre er ein Mädchen, sagt er, würde ihn ein solches Verhalten nicht imponieren. Allein die Reparatur des Schildes mit dem Absägen und Verlängern der Füße sowie dem Betonieren eines neuen Fundaments, schätzt er auf 2000 bis 3000 Euro.

"Vandalismus macht uns einen Haufen Arbeit, die wir sinnvoller einsetzen können", bringt Gerbig es auf den Punkt. Seine Gärtner kämen fast die Tränen, wenn sie die Zerstörung ihrer Arbeit sehen: "Da stecken die ihre Leidenschaft rein und dann wird das kaputt gemacht."

"Es ist wie eine Welle", hat Eva Goldfuß-Siedl beobachtet: "Mal ebbt es ab. Und dann hinterlassen Unbekannte wieder eine Spur der Verwüstung." Wie am Wochenende.