Verkehr rollt durch Eppingens Innenstadt

Eppingen  Die Bundesstraße B293 wird in den Sommerferien in vier Abschnitten saniert. Dann wird die Strecke für den Verkehr gesperrt. Der Eppinger Gemeinderat hat dem Umleitungskonzept zugestimmt - auch wenn die Stadträte damit alles andere als glücklich sind.

Von Tanja Ochs

Verkehr rollt durch die Innenstadt

Lastwagen und andere Fahrzeuge werden im Sommer nicht auf der B293, sondern durch Eppingen, Gemmingen, Richen und Stebbach rollen. Foto: Ochs/Archiv

 

Der Sommer in der Stadt wird vermutlich für manche kein Vergnügen. "Wir werden ordentlich Prügel kriegen", weiß Dieter Maierhöfer jetzt schon. Der Leiter des Baureferats Nord ist für die Sperrung der B293 während der Sommerferien verantwortlich. Während die Bundesstraße eine neue Fahrbahndecke erhält, wird der Verkehr durch Eppingen und Gemmingen rollen.

Schon jetzt wirbt der Baudirektor des Regierungspräsidiums (RP) in den Gemeinderäten um Verständnis für die drei Millionen Euro teure Maßnahme. Am Dienstag stellte er das Projekt in der Fachwerkstadt vor, am Donnerstagabend ist Maierhöfer in Gemmingen zu Gast. Im Gepäck hat er jede Menge Umleitungsstrecken und die Botschaft: "Wir sind uns bewusst, was wir den Bürgern zumuten."

Die waren zahlreich ins Eppinger Rathaus gekommen. Als Anwohner wollten sie wissen, was da auf sie zukommt, wenn in den ersten drei Ferienwochen zwischen den Ausfahrten Eppingen West und Mitte kein Durchkommen mehr ist. Autos und Schwerlastverkehr müssen dann auf dem Weg in Richtung Heilbronn durch Bismarck- und Heilbronner Straße, wer nach Karlsruhe fährt, wird über Rappenauer-, Wilhelm- und Brettener Straße geleitet.

Diskussionen im Gremium

Das sorgte auch im Gremium für Diskussion, denn zum einen ist die Wilhemstraße dann gerade frisch saniert, zum anderen wird es in der Kurve zur Brettener Straße vermutlich eng zugehen. Die SPD-Fraktion hätte deshalb gerne die Bismarckstraße für beide Umleitungsrichtungen genutzt. "Die Variante ist zumindest diskutabel", fand Stadtrat Michael Mairhofer (SPD). Ordnungsamtsleiter Günter Brenner verwies allerdings auf den Rückstau, der sich im Gegenverkehr bilden würde. Daran ändere auch die versprochene Vorfahrtsregelung nichts, während der Umleitung müssen Fahrzeuge aus Richtung Waldstraße warten. Hinzu komme die Erntezeit, in der die Schlepper ohnehin schon an der Heilbronner Straße Schlange stehen, erinnerte Bernd Rothmeier (FBW).

Man habe alle Fallstudien durchgespielt, versicherte Oberbürgermeister Klaus Holaschke. "Es gibt keine zu hundert Prozent richtige Lösung." Die Talstraße sei beispielsweise als Umleitungsstrecke ausgeschieden, und die Bismarckstraße funktioniere nur in einer Richtung. Immerhin wird es dort ein Halteverbot geben, um den Verkehrsfluss zu gewährleisten. "Wir wissen, dass es eine Belastung ist, aber irgendwo müssen wir den Verkehr ableiten", erklärte Holaschke. Das Gremium gewährte schließlich mit drei Enthaltungen eine "zustimmende Kenntnisnahme".

Bund ist auf die Stadt angewiesen

Die war auch notwendig: "Wir sind auf die Stadt angewiesen", sagte Dieter Maierhöfer. Das RP habe keine rechtliche Handhabe, um den Verkehr durch Eppingen zu leiten. Allerdings sei eine Sanierung der 20 Jahre alten Bundesstraße aufgrund der Arbeitsschutzvorschriften nur mit einer Vollsperrung möglich. Die erfolgt in vier Abschnitten. Während der Sanierung der Westtangente wird gleichzeitig zwischen Stebbach und Gemmingen gebaut, anschließend ist in Woche vier bis sechs der Sommerferien die Strecke zwischen Eppingen Ost und Mitte an der Reihe. Abschnitt vier zwischen Eppingen und Stebbach soll am Wochenende vom 14. bis zum 17. September saniert werden. Dann muss der Verkehr über Gemmingen und Richen rollen. Das sei zumutbar, sagte Maierhöfer. Zudem versprach er, großräumig Schilder aufzustellen: "Daran soll es nicht scheitern."

"Was sein muss, muss sein", fand Jörg Haueisen (FBW). Immerhin sei in den Ferien weniger Verkehr und in der Stadt seien keine Schulkinder unterwegs, hieß es im Gemeinderat. Der Zeitplan müsse deshalb unbedingt eingehalten werden. Dieter Maierhöfer zeigte sich zuversichtlich, obwohl er noch nicht alle Ausschreibungen hat. "Man kann sich nie sicher sein", sagte der Verantwortliche. Aber es werde Vertragsstrafen geben, wenn die Arbeiten nicht pünktlich fertig werden. "Die Firmen werden in der Frist arbeiten", meinte Maierhöfer.