Stadt Bad Rappenau erinnert Narren an Pyrotechnik-Verbot

Kraichgau  Eine Woche nach schlimmem Vorfall in Eppingen geht am Wochenende der Straßenfasching im Kraichgau weiter. Das Bad Rappenauer Ordnungsamt will eine bessere Absprache mit der Polizei und Vereine an bestehende Regeln erinnern.

Von Simon Gajer

Rathaus erinnert Narren an Pyrotechnik-Verbot

Gute Stimmung gibt es in Bad Rappenau auf dem Marktplatz. Foto: Archiv/Mugler

 

Beim Nachtumzug in Eppingen wurde eine Besucherin schwer verletzt. Mit dem Vorfall befassen sich die Verantwortlichen der nächsten Großveranstaltungen im Kraichgau, denn am Wochenende soll das närrische Treiben weitergehen. Dazu beantworten wir Fragen.

 

Was passiert mit dem Leiergassenumzug in Eppingen?

Zunächst sollte er wie geplant am Sonntag, 11. Februar, um 14 Uhr beginnen. Doch am Freitag haben die Veranstalter entschieden, den Umzug abzusagen. 

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Es folgen Umzüge durch Bad Rappenau, Obergimpern, Heinsheim und Hüffenhardt: Wie reagieren die Organisatoren?

Beim Umzug der Wolfsstecher laufen Hexen mit. Der Verein ist Mitglied des Landesverbands württembergischer Karnevalvereine mit seinen angeschlossenen Masken- und Brauchtumsgruppen, seit 2005 mit der Symbolfigur Wolfsstecher und seit 2013 mit den Rabbemer Salzhexen. „Um die Vielfalt des Brauchtums zu zeigen, laufen auch in Bad Rappenau Hexen- und Maskengruppen mit“, betont Wolfsstecher-Präsident Dieter Domnick. Vereine, die sich aber nicht an Regeln halten, seien bereits ausgeschlossen worden. „Wir wollen einen friedvollen und fröhlichen Umzug gestalten.“

Das Bad Rappenauer Ordnungsamt wird sich aber noch mit der Polizei zusammensetzen. Unabhängig davon wird die Stadt die Vereine an bestehende Regeln erinnern, sagt Amtsleiter Roland Deutschmann. Dazu gehört, dass Pyrotechnik und offenes Feuer verboten sei. Wie in den Vorjahren auch wird die Stadtverwaltung die Umzugswagen der Gruppen anschauen.

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Wann beginnt der Trubel?

Die beiden großen Umzüge finden in Bad Rappenau und dem Teilort Obergimpern statt. In der Kernstadt geht es am Samstag, 10. Februar, um 14 Uhr los. Die Narren stellen sich am westlichen Ende der Babstadter Straße auf. Von dort geht es durchs Zentrum weiter zur Mühltalhalle. Die größte Stimmung herrscht in der Regel in der Fußgängerzone. Wer es ruhiger mag, weicht in die Heinsheimer Straße aus. Um dabei zu sein, müssen Besucher 2,50 Euro zahlen. Das sei im Unterland üblich, sagt Präsident Domnick. Liebhaber des Wochenmarkts müssen übrigens bis 12 Uhr mit dem Einkaufen fertig sein, dann beginnen die Aufbauarbeiten.

 

Wie sieht es an Rosenmontag im Kraichgau aus?

Der Tag gehört traditionell den Obergimperner Brüggehosslern, die durch ihren Heimatort ziehen. Bester Platz, größte Stimmung: Erste Wahl für das lustige Treiben ist natürlich die Hauptstraße. Ein Abstecher in die Nebenstraßen lohnt sich immer. In den Höfen machen es sich die Bewohner bequem, die häufig Besucher spontan auf ein Getränk einladen.

 

Was geschieht nach den großen Umzügen in Bad Rappenau und Obergimpern?

Heimgehen muss nicht sein. Die Wolfsstecher feiern in der Mühltalhalle weiter, Teilnehmer haben freien Eintritt. Wer seine 2,50 Euro für den Umzug zahlt, ist mit sechs Euro dabei; sonst sind acht Euro für die Après-Ski-Party fällig. Die Brüggehossler bitten zum Remmidemmi in die Krebsbachhalle, wo DJ Hagel für die Musik sorgt. Der Eintritt beträgt neun Euro, der Umzug kostet Besucher nichts.

 

Worin unterscheiden sich die Veranstaltungen in Heinsheim und Hüffenhardt?

Zwei Mal HCV heißt es an Faschingsdienstag: Klein und fein lieben es der Heinsheimer Carneval-Verein und der Hüffenhardter Carnevalverein. Ihre übersichtlichen Umzügen in den Heimatorten starten jeweils um 14 Uhr.