Nikolausmarkt: Hunderte Besucher beim ersten Abend

Bad Rappenau  Experiment geglückt: Vereine, Einzelhändler, Gastronomen und Stadtverwaltung richten bis diesen Donnerstag den Nikolausmarkt aus. Das Fest, das es zuletzt 2004 gab, startete mit einem Höhepunkt.

Von Simon Gajer

 

Die Bad Rappenauer haben auf vorweihnachtliches Treiben in der Fußgängerzone gewartet. Nur so lässt es sich erklären, dass am Mittwoch pünktlich zum Startschuss um 16 Uhr die Menschen in Richtung Zentrum strömten. Mehrere Hundert Besucher waren schließlich beim Nikolausmarkt, als Oberbürgermeister Hans Heribert Blättgen um 17 Uhr die neue Weihnachtsbeleuchtung einschaltete.

Idee aus Siegelsbach

Die Erwartungen waren hoch, denn der Gemeinderat hatte für 21.000 Euro einzelne Elemente gemietet und für 18.000 Euro einiges gekauft. Gebäude, darunter die evangelische Kirche, das Modehaus Bauer und das Rathaus, werden in den nächsten Wochen abwechselnd mit Lila, Rot oder Türkis angestrahlt. In Bäumen leuchten unter anderem 60 Sterne. Die Idee dazu kommt vom Siegelsbacher Philipp Stech, den die Stadt damit beauftragt hatte, die Innenstadt bis zum Bahnhof in passende Stimmung zu versetzen. "Ich hoffe, dass es ankommt."

Vereine bringen sich ein

Neues Licht zu wiederbelebter Veranstaltung, die es zuletzt im Jahr 2004 gegeben hatte: Der Nikolausmarkt startete 2017 mit einem übersichtlichen Angebot, entsprechend lang waren teilweise die Schlangen, um an Waffel oder Glühwein zu kommen. Auch Schmuck und Dekoartikel wurden verkauft, Kinder drehten in einem Karussell ihre Runden. Mitten drin verkaufte der Förderverein der Mühlentalschule in Zimmerhof Apfelbrot. Gleich daneben bewirtete auch der VfB Bad Rappenau die Besucher. Für Jugendleiterin Pia Hamke stand außer Frage, sich zu beteiligen. Mit dem Fest werde die vorweihnachtliche Stimmung eingefangen: "Es ist toll, dass etwas gemacht wird."

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Fest kommt an

Sterne oder Holzscheiben anmalen, das konnten Mädchen und Jungen im Rathaus beim Bastelangebot der Frauengruppe Mosaik der evangelischen Kirchengemeinde aus Fürfeld, die sich monatlich trifft. Bianca Bräuchle aus Hüffenhardt kam mit ihrer Tochter Anna. "Es ist toll, dass die Kinder hier basteln können." Eine solche Veranstaltung hatte Bräuchle zwar nicht vermisst, sie ist aber froh, dass die Stadt das Fest wiederbeleben will. "Der Nikolausmarkt rundet das Angebot ab", sagte sie.

Wiederholung 2018 wird größer

Bad Rappenaus Oberbürgermeister Hans Heribert Blättgen freute sich über den Ansturm. "Bei dem Zuspruch machen wir weiter." Rathausmitarbeiterin Birgit Böhm, bei der die Fäden zusammenliefen, versprach: Weitere Vereine, Schulen und Kindergärten sagten bereits für die Wiederholung 2018 zu.

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Programm

Der Nikolausmarkt in der Bad Rappenauer Fußgängerzone rund ums Rathaus geht diesen Donnerstag ab 16 Uhr weiter. Zunächst spielen Ute und Werner Meier weihnachtliche Musik, von 17 bis 19 Uhr ist der Nikolaus unterwegs, der Kinder beschenkt. Um 18 Uhr tritt die Jugendgruppe des Posaunenchors Bad Rappenau auf, Wintermärchen sind ab 18.30 Uhr im Eine-Welt-Laden zu hören. Um 19 Uhr unterhält der Sängerbund Fürfeld, das Winterdorf mit Feuershow und einem DJ beginnt um 20 Uhr. Kinder können von 16 bis 19 Uhr im Rathaus basteln. 

 

Kommentar: Großes Potenzial 

Die Stadt Bad Rappenau hat dieses Jahr ihre Innenstadt wiederentdeckt. Hoffentlich hält das an, schreibt unser Redakteur Simon Gajer in seinem Kommentar.

Wiederbelebter Nikolausmarkt samt neuer Weihnachtsbeleuchtung: Mit diesem gelungenen Schlusspunkt endet ein entscheidendes Jahr für die Innenstadt. Der Einzelhandel im Zentrum kann sich sehen lassen, es gibt die Großveranstaltungen Kulinarissimo und Kerwe mit Einkaufssonntag.

Aber über viele Jahre hinweg fehlten kleine Akzente, um die Fußgängerzone zu beleben und immer wieder aufs Neue in Erinnerung zu rufen. Endlich kam der Wandel, und zwar nicht erst durch den Oberbürgermeisterwahlkampf, in dem sich beide Kandidaten zum Sorgenkind äußerten. Jörg Huster kreierte das Weindorf und holte Innenstadthändler mit ins Boot. Es folgte ein Einkaufsabend mit Musik.

Von solchen Aktionen profitiert der Standort, der zuletzt an den Rändern gewachsen ist. Mit dem neuen Drogeriemarkt Müller und dem größeren Raiffeisenmarkt kommen zusätzliche Kunden in die Stadt. Dieses Potenzial muss ausgeschöpft werden.