Krebsbachtalbahn: Initiative für Bahn-Querspange

Krebsbachtal/Region  Ist die Wiederbelebung der Krebsbachtalbahn möglich und rentabel? Darum geht es in einer Machbarkeitsstudie, deren Ergebnisse liegen bereits intern vor, sie sollen aber zunächst mit dem Land abgestimmt werden. Der Förderverein drängt weiter auf eine Anbindung zur Stadtbahnstrecke.

Von Alexander Hettich

Initiative für Bahn-Querspange

Historische Wagen wie dieser fahren in der Saison auf der Krebsbachtalbahn. Ob auch ein Regelverkehr mit modernen Zügen rentable ist, soll eine Studie der Universität Stuttgart klären. Ergebnisse liegen noch nicht vor.

Foto: Archiv/Hettich

Hop oder top: Die Studie, die über die Zukunft der Krebsbachtalbahn entscheiden wird, ist nach stimme.de-Informationen fertig. Ergebnisse wurden noch nicht öffentlich bekannt. Derweil trommelt Hans-Joachim Vogt, Vorsitzender des Fördervereins, für eine alte Vision: die Querverbindung nach Bad Rappenau und damit die Einbindung ins Heilbronner Stadtbahnnetz.

"Die Studie ist intern vorgestellt worden", sagte eine Sprecherin des Heilbronner Landratsamtes gestern auf Nachfrage. Der Kreis Heilbronn und der Rhein-Neckar-Kreis hatten die Studie beim Verkehrswissenschaftlichen Institut der Universität Stuttgart in Auftrag geben. "Jetzt gibt es noch eine Abstimmung mit dem Land", heißt es seitens der Kreisbehörde.

Rechnet sich der regelmäßige Betrieb?

Die Studie soll vor allem eine Frage beantworten: Rechnet sich ein regelmäßiger Personenverkehr auf der Krebsbachtalbahn? Bislang sind dort in der Saison historische Wagen an Wochenenden und gelegentlich mittwochs im Ausflugsverkehr unterwegs. Als Museumsbahn allein, das ist allen Beteiligten klar, hat die Strecke keine Zukunft.

"Ich gehe davon aus, dass sich ein Dauerverkehr rechnet", ist Hans-Joachim Vogt, Vorsitzender des Fördervereins Krebsbachtalbahn, sicher. Der frühere Neckarbischofsheimer Bürgermeister geht einen Schritt weiter. Gemeinsam mit seinen ehemaligen Bürgermeister-Kollegen Helmut Beck aus Sinsheim und Hans-Joachim Riedel aus Waibstadt trommelt er für eine Idee, die seit Bau der Strecke im Jahr 1902 immer mal wieder auf dem Tisch lag, aber aus Kostengründen verworfen wurde: Eine zwei Kilometer lange Querspange zwischen Obergimpern und Bad Rappenau würde das Krebsbachtal an die Strecke Bad Friedrichshall-Sinsheim anbinden.

Das eröffnete viele Möglichkeiten, auch die Verknüpfung mit dem Nordast der Heilbronner Stadtbahn. Sie werden "nicht locker lassen, dieses Mal das Thema auf der Agenda zu halten", schreiben die drei ehemaligen Bürgermeister in einer Mitteilung. Sie bezeichnen den Lückenschluss als "unbedingt erforderlich", und Vogt bekräftigt: "Wenn wir es diesmal nicht hinkriegen, brauchen wir es nicht mehr zu diskutieren."

Elektrozüge würden Mehrkosten bedeuten

Zu beantworten sei auch die Frage, ob ein möglicher Regelverkehr mit Dieselloks oder elektrisch betrieben wird. Letzteres würde große Investitionen bedeuten. Unabhängig davon muss viel Geld in die Strecke fließen, wenn sie weiter betrieben werden soll. So müssen Bahnübergänge erneuert werden. Bei 14 solcher Kreuzungen und kalkulierten Kosten von je 420.000 Euro summiert sich das auf Investitionen von annähernd sechs Millionen Euro, die nach einem komplizierten Schlüssel aufgeteilt werden. Die Anrainerkommunen Bad Rappenau, Siegelsbach, Hüffenhardt und der Landkreis Heilbronn müssten sich an den Kosten beteiligen.