Integrationsmanager sollen Ehrenamtliche unterstützen

Eppingen  Im Eppinger Rathaus sollen künftig Integrationmanager arbeiten, die neben der bestehenden Integrationsstelle und der Ökumenischen Flüchtlingshilfe der Kirchen Flüchtlinge betreuen.

Von unserer Redakteurin Tanja Ochs

Integrationsmanager sollen Ehrenamtliche unterstützen

Im Flüchtlingsheim in Rohrbach leben derzeit Asylbewerber. Im Frühjahr 2016 sind die ersten Menschen in die Container am Sportplatz eingezogen.

Foto: Archiv/Seidel

Im Eppinger Rathaus sollen künftig Integrationmanager arbeiten, die neben der bestehenden Integrationsstelle und der Ökumenischen Flüchtlingshilfe der Kirchen Flüchtlinge betreuen. Der Gemeinderat hat beschlossen, zwei Stellen im Rathaus zu schaffen, die sich um Fälle im gesamten Verwaltungsraum kümmern sollen.

Gemminger Gremium stimmt zu

Auch das Gemminger Gremium hat zugestimmt. Bürgermeister Timo Wolf betonte, die Entscheidung stelle keinesfalls eine Abwertung der Ehrenamtlichen dar. Im Gegenteil: Integrationsmanager sollen Flüchtlinge etwa bei Behördengängen begleiten und und so die Ehrenamtlichen unterstützen. Der Ittlinger Gemeinderat hat das Thema am Mittwoch auf der Tagesordnung.

Man schaffe zwar neue Stellen, aber keine neue Aufgabe, betonte Günter Brenner, Geschäftsbereichsleiter im Eppinger Rathaus. Es gehe darum, den Asylbewerbern Hilfe zur Selbsthilfe zu geben. Das Land fördert in den Jahren 2017 und 2018 ein flächendeckendes Integrationsmanagement mit insgesamt 58 Millionen Euro. Für die Bewilligung ist die Zahl der Personen in der Anschlussunterbringung entscheidend. Das Landratsamt Heilbronn würde die Manager gerne zentral für den Landkreis einstellen, da viele kleine Kommunen keine Vollzeitstellen schaffen können.

Vernetzung vor Ort

Hartmut Kächele (SPD) erklärte, es sei keine Frage, "dass man die Manager braucht", doch sehe er ebenfalls die Stellen beim Kreis. "Wir sollten auf das Angebot eingehen." Auch Herbert Meixner (CDU) sprach sich für die zentrale Lösung aus. Trotzdem plädierte der Gemeinderat mehrheitlich für den selbstständigen Weg, bei dem im Rathaus "kurze Wege" genutzt werden können. Günter Brenner betonte, die Vernetzung vor Ort sei wichtig. Steffen Gomer (FBW) machte sich für die Finanzierung auch ohne Fördermittel stark: "Ich bin nicht gewillt, an dieser Stelle zu sparen."

1,9 Stellen stehen Eppingen, Gemmingen und Ittlingen zusammen rein rechnerisch zu. Je nach Bildungsabschluss wird eine Stelle zwei Jahre lang mit 64 000 oder 51 000 Euro gefördert. Die tatsächlichen Personalkosten liegen bei 59 000 Euro mit Hochschulabschluss im Bereich Sozialwesen beziehungsweise 56 000 Euro bei einem mittleren Abschluss. Werden die Integrationsmanager nach zwei Jahren weiterbeschäftigt, sollen die Kosten auf die drei Gemeinden umgelegt werden. Oberbürgermeister Klaus Holaschke forderte jedoch bereits jetzt: "Die Förderung muss weitergehen."

Gleichzeitig beschloss der Eppinger Gemeinderat einstimmig, die Ökumenische Flüchtlingshilfe mit 5000 Euro pro Jahr zu unterstützen. Seit 2015 ergänzen die ehrenamtlichen Arbeitskreise die Arbeit der Integrationsstelle im Rathaus. "Es ist uns äußerst wichtig, das weiter zu finanzieren", sagte Günter Brenner. "Betreuung ohne Ehrenamt" sei nicht möglich, betonte auch OB Holaschke. Bisher wurde das lokale Bündnis mit 30 000 Euro vom Land gefördert. Diese Unterstützung entfällt künftig. Evangelische, katholische und evangelisch-methodistische Kirche sowie die Vineyard Gemeinde haben ihre Unterstützung mit insgesamt 3000 Euro jährlich zugesagt.