Feuerwerk bei herbstlichen Temperaturen

Bad Rappenau  Der Eröffnungsabend fiel ins Wasser. Vier Jahre in Folge regnet es am Lichterfest. Was bedeutet das fürs kommende Jahr?

Von Tanja Ochs

Feuerwerk bei herbstlichen Temperaturen

Der Höhepunkt des Lichterfests sieht auch bei schlechtem Wetter gut aus.

Fotos: Franz Theuer

 

Es gibt kein schlechtes Wetter, nur falsche Kleidung: "Schirm und gute Schuhe" hatte Doris Künzel dabei. So konnte die Bad Rappenauerin das Lichterfest am zweiten Abend doch noch genießen. Am Tag zuvor hatten die Veranstalter das Fest nach zwei Stunden abgesagt.

"Das war schade", sagt Doris Künzel. Aber für das Wetter könne keiner was. Immerhin regnete es am Samstag nur hin und wieder, nachdem der Eröffnungsabend ins Wasser gefallen war.

"Man muss ja auch mal raus", sagte Renate Linke. Das fanden Tausende andere Besucher wohl auch, so dass sich der Kurpark am späten Samstag doch noch füllte. "Der Winter ist noch lang genug", meinte Michael Dubail. Beide sind Stammgäste beim Lichterfest. "Das ist immer schön", fand Renate Linke. Auch bei herbstlichen Temperaturen.

Höhepunkt mit Zugabe

Dem Feuerwerk konnte der Regen ohnehin nichts anhaben. 15 Minuten lang erhellten 80 Kilogramm Explosionsmasse den Himmel über dem Kursee. "Es ist der Höhepunkt des Fests", betonte BTB-Geschäftsführer Dieter Wohlschlegel. Insgesamt 4000 Schuss feuerten die Mannheimer Pyrotechniker zur Musik ab, als Überraschung hatten Florian Gokel und sein Team zwei Minuten Zugabe mitgebracht, "als Dank für die gute Zusammenarbeit". Seit Jahren ist die Firma Pyrotechnik im Quadrat für das Feuerwerk beim Lichterfest verantwortlich. "Und seit vier Jahren regnet es hier", bedauerte Gokel. So eine Serie habe er noch nie erlebt.

Diskussion über Zukunft des Festes

Das Wetter frustrierte auch die Veranstalter. Das vierte Jahr in Folge drohten Verluste, so Wohlschlegel. Alle zwei Jahre soll das Fest künftig stattfinden, ob es allerdings 2019 ein Lichterfest gebe, sei völlig offen. "Das muss man ganz sachlich diskutieren", sagte Wohlschlegel. Am Freitag hatte er in Absprache mit den Ausstellern das Gelände nach nur zwei Stunden geschlossen, weniger als 50 Besucher hatte sich bis dahin in den Park gewagt. Dafür baute das Team am Samstag 6000 Lichterbecher auf. "Viele Leute sind im Einsatz", betonte der BTB-Chef. So wie Niluh Sriartini, die unermüdlich Teelichter auf der Wiese entzündete. "Man muss Geduld haben", erklärte die junge Frau, die jedes Jahr mithilft. "Es macht einfach Spaß", erklärte sie, auch wenn die Becher immer wieder nass werden.

"Jammern bringt nichts", erklärte Susanne Oettle entschlossen. Mit ihren Likören, Marmeladen und Sirupen war sie das erste Mal beim Lichterfest und zufrieden mit relativ wenig Zuspruch. "Das Wetter ist immer ein Risiko", weiß die Unternehmerin aus dem Kreis Ravensburg. Sarah Drüsedau aus Bad Wimpfen hatte mit ihren Schutzengeln zwar den kürzeren Weg, auf dem Lichterfest sei sie trotzdem "definitiv das letzte Mal". Es lohne sich einfach nicht, auch wenn "die Veranstalter die Mühe geben". Das Wetter machte manchem Standbetreiber eben einen Strich durch die Rechnung.

Heute geht es beim Lichterfest um 11 Uhr mit dem Familientag weiter. Der Eintritt ist frei.

Feuerwerk bei herbstlichen Temperaturen

Niluh Sriartini brauchte Geduld beim Anzünden der Lichtbecher.

 
Feuerwerk bei herbstlichen Temperaturen

Nicht ohne Schirm: Immer wieder regnete es am Samstag.

 
Feuerwerk bei herbstlichen Temperaturen

Renate Linke und Michael Dubail sind Stammgäste.