Feuerwehrhaus ist größte Investition

Ittlingen  Die Entscheidung fiel letztlich einstimmig. Bevor der Ittlinger Haushalt für 2018 verabschiedet war, hat es am Donnerstag im Gemeinderat aber hitzige Diskussionen gegeben. Größter Brocken im laufenden Jahr ist der Ausbau des Feuerwehrhauses mit 1,5 Millionen Euro.

Von Nicole Theuer

Feuerwehrhaus ist größte Investition

Die Entscheidung fiel letztlich einstimmig. Bevor der Ittlinger Haushalt für 2018 verabschiedet war, hat es am Donnerstag im Gemeinderat aber hitzige Diskussionen gegeben. Größter Brocken im laufenden Jahr ist der Ausbau des Feuerwehrhauses mit 1,5 Millionen Euro.

Kämmerer Stefan Salen und Bürgermeister Kai Kohlenberger mussten große Überzeugungsarbeit leisten und sicherten dem Gremium zu, Investitionen nochmals bei einer Klausurtagung zu besprechen. "Können wir die Verabschiedung des Haushalts und die Frage nach den Investitionen voneinander loskoppeln, denn von der Verabschiedung des Haushalts hängt unsere Handlungsfreiheit ab", fragte Kohlenberger in die Runde. Zuvor hatte sich herausgestellt, dass sich einige Räte mit einer Entscheidung schwertun würden.

Räte besorgt über Finanzlage

"Wir leben über unsere Verhältnisse", mahnte Bernd Schwab an und erntete heftigen Widerspruch von Bürgermeister Kohlenberger. "Wir haben Maßnahmen, die hohe Kosten verursachen, das stimmt, aber wir leben sicherlich nicht über unsere Verhältnisse", machte der Rathauschef deutlich. Im schlimmsten Fall, so Kohlenberger, müsse man in den kommenden Jahren über Einsparmöglichkeiten nachdenken. "Aber auch bei den Gewerbesteuereinnahmen gibt es sicherlich Luft nach oben", so Kohlenberger.

Aufgeschreckt hatte die Räte die Ankündigung von Stefan Salen, dass die liquiden Mittel der Gemeinde in den kommenden Jahren weiter sinken könnten. "Auf Grund der hohen Auszahlungen für Investitionen in den Jahren 2018 und 2019 werden die liquiden Mittel voraussichtlich bis zum Jahresende 2019 auf das Niveau der gesetzlich vorgeschriebenen Mindestrücklage zurückgehen", kündigte Salen an. Zum Jahresende 2017 beliefen sich die flüssigen Mittel der Gemeinde auf noch 2,18 Millionen Euro, zum Jahresende 2019 erwartet Salen noch 343 000 Euro. Er räumte auch ein, dass die Entwicklung der Finanzen durchaus kritisch zu sehen ist, da der Zahlungsmittelüberschuss kontinuierlich abnimmt. "Die liquiden Mittel erschrecken mich", bekannte Carsten Scheuermann, "deshalb sollten wir überprüfen, welche Investitionen wir uns noch leisten können."

Prioritätenliste für Investitionen

Feuerwehrhaus ist größte Investition

Eine Art Prioritätenliste möchte er aufstellen und anhand derer überprüfen, welche Investitionen jetzt notwendig ist. Eine Idee, die Bürgermeister Kohlenberger gerne aufgriff. "Wir haben uns schon die Frage gestellt, was wir wann machen und keine kostentreibenden Maßnahmen für das laufende Jahr eingeplant." Über alle Investitionen, so Kohlenberger, sei es der Bau des Feuerwehrhauses oder die Erschließung des sechsten Bauabschnitts des Baugebiets Dieterstal, werde der Gemeinderat einzeln abstimmen. "Sie entscheiden, was gemacht wird", versprach Kohlenberger dem Gremium. Die größten Brocken auf der Ausgabenseite sind der Ausbau des Feuerwehrhauses für 1,5 Millionen Euro und die Erschließung des Baugebiets, die mit 964 000 Euro veranschlagt ist. Das Feuerwehrhaus soll neben dem bestehenden Gebäude eine neue Fahrzeughalle bekommen.

Für beide Maßnahmen liegen aber nach Auskunft von Kohlenberger noch keine verlässlichen Zahlen vor, da noch keinerlei Ausschreibungen getätigt worden sind. Allerdings liegen der Gemeinde für die Maßnahme Feuerwehrhaus schon Zuschussbescheide vor. 195 000 Euro erhält Ittlingen als finanzschwache Gemeinde aus dem Ausgleichsstock des Landes, 230 000 Euro fließen aus dem Topf "Fachförderung" in den Kraichgau. In Summe plant die Gemeinde 4,4 Millionen Euro für Bauprojekte ein. Dabei will Ittlingen 2018 ohne neue Kredite auskommen.