Engangement für die Schule

Gemmingen  Zehn Jahre lang hat Renate Seidelmann sich als Jugendbegleiter in der Gemminger Schule engagiert. Jetzt legt die Stebbacherin das Ehrenamt nieder. Die Verbundenheit zu Schule bleibt.

Von unserer Redakteurin Tanja Ochs

Engangement für die Schule

Renate Seidelmann hat in den vergangenen zehn Jahren viel Zeit in der Gemminger Schule verbracht.

Foto. Tanja Ochs

Zehn Jahre lang hat Renate Seidelmann sich als Jugendbegleiter in der Gemminger Schule engagiert. Jetzt legt die Stebbacherin das Ehrenamt nieder. Die Verbundenheit zu Schule bleibt.

Mit einem Aufruf im Gemminger Amtsblatt hat alles angefangen: 2007 suchte die Schule ehrenamtliche Unterstützung für eine Nachmittagsbetreuung. Die Idee gefiel Renate Seidelmann. "Ich wollte im Ruhestand was mit Kindern und Jugendlichen machen", erklärt die ehemalige Personalleiterin der Stadt Eppingen. Von Anfang an engagierte sich die Stebbacherin für das Angebot der Schule.

Eine ruhige Kugel ist ihre Sache nicht: Zweimal pro Woche hat die 71-Jährige in den letzten Jahren mit Schülern gekegelt. Dabei sollte das eigentlich eine einmalige Aktion im Dezember 2007 sein. Aber das Kegeln kam an. Eine Schülerin fasste es damals so zusammen: "Es haben Kinder mit einander gespielt, die sonst nie miteinander sprechen." Ein Satz der Renate Seidelmann im Gedächtnis blieb und dazu führe, das sportliche Angebot fest in das Nachmittagsprogramm der Schule zu integrieren. Zuvor hatte die Stebbacherin Spielenachmittage für Fünft- bis Siebtklässler veranstaltet. "Wir waren die Allzweckwaffe auf dem Allwetterplatz", erinnert sich Seidelmann an ihre Anfänge als Jugendbegleiter.

"Nicht alle Tage waren vergnügungspflichtig", gibt Renate Seidelmann zu. Dennoch habe sie es immer gerne gemacht. "Eine gewisse Konsequenz ist wichtig", erklärt sie. Aber eben auch die Aufgeschlossenheit, mit der die Mutter einer Tochter an die Arbeit mit den jungen Menschen gegangen ist. "Kinder wollen heute mehr erklärt haben", sagt Renate Seidelmann. "Die nehmen nicht einfach hin, dass ihnen jemand sagt, wie es ist." Sie wollen viel erzählen und stellen viele Fragen. "Das hält die Birne fit", lacht die Seniorin. Sie hat sich darauf eingelassen und geholfen, wo sie konnte. "Ich wollte der Gesellschaft im Ruhestand etwas zurückgeben", erklärt sie.

Jahrelang hat die Stebbacherin auch die Jungendbetreuer der Schule gemanagt, die Abrechnungen gemacht und das Team zusammengehalten. Sie hat Spenden gesammelt, eng mit dem Schulsozialarbeiter kooperiert und ihre eigene Aufwandsentschädigung immer wieder in die Arbeit in der Schule gesteckt. "Es hat einfach Spaß gemacht", erklärt sie.

Renate Seidelmann hat den Gemminger Weg begleitet, sie hat dafür gekämpft, dass aus der Schule, die 2009 kurz vor der Schließung stand, eine Gemeinschaftsschule wurde. "Die Einführung hat mich sehr gefreut", sagt die 71-Jährige. Auf dem Weg dorthin ist sie aus der CDU ausgetreten. "Am Tag der Ablehnung der Werkrealschule im Februar 2010", erinnert sie sich. Denn es ging ihr um die Sache: "Ich habe immer gesagt, es muss mehr Gewicht auf Bildung liegen." Seit 2012 ist die Wolf-von-Gemmingen-Schule Gemeinschaftsschule. "Da gab es dann zum ersten Mal Lehrerstunden am Nachmittag", erinnert sich Renate Seidelmann an die Veränderungen in der Betreuung. Sieben Ehrenamtliche sind derzeit noch aktiv, Renate Seidelmann hat früher bis zu 20 Helfer betreut.