Drogeriemarkt Müller öffnet am 23. November

Bad Rappenau  Die Arbeiten im Bad Rappenauer Einkaufszentrum Schlossarkaden biegen in die Zielgerade ein: Müller aus Ulm eröffnet Ende November eine neue Filiale. Die Entwicklung in der Raiffeisenstraße geht weiter.

Von Simon Gajer

Drogeriemarkt Müller öffnet am 23. November

Letzte Vorbereitungen für die Neueröffnung: Die Ulmer Drogeriemarkt-Kette Müller eröffnet ihre Filiale am Donnerstag, 23. November.

Foto: Ralf Seidel

 

Der Leerstand in der Ladenzeile der Bad Rappenauer Schlossarkaden ist nächste Woche Geschichte. Die Ulmer Drogeriemarkt-Kette Müller räumt die einstigen Lidl-Räume ein, denn ihren neuen Standort will sie am Donnerstag, 23. November, eröffnen.

Mit dem Geschäft sind im Ort viele Erwartungen verknüpft. Oberbürgermeister Hans Heribert Blättgen erinnert an ein Einzelhandelsgutachten, das der Stadt Nachholbedarf attestiert hat. Rechnerisch gesehen schöpfen die Geschäfte nicht 100 Prozent des Geldes ab, das den Bad Rappenauer zum Konsumieren zur Verfügung steht. Zuletzt seien nur gut 80 Prozent der Kaufkraft in der Stadt geblieben. "Da ist Luft nach oben."

Rossmann und Müller sind in der Stadt

Mit Müller steigt die Quote. Denn auch das habe die Untersuchung gezeigt: Bei diesem Sortiment ist Bedarf vorhanden, so Blättgen - trotz Rossmann im Stadtkarree. Bei den Waren gebe es zwar Überschneidungen. Der Innenstadtmarkt habe sich aber etabliert, die Neueröffnung sei für ihn "nicht existenzbedrohend".

Wie profitiert die Innenstadt?

Mit Müller kommen weitere auswärtige Kunden in die Stadt. Ein Teil davon werde wohl auch die Geschäfte in der Innenstadt aufsuchen. Wie viel? Zur Bedeutung der gestärkten Schlossarkaden für die Innenstadt will der OB aber keine Prognose abgeben.

Der Wandel in der Raiffeisenstraße geht weiter. Langfristig gesehen kommen neue Frequenzbringer. Blättgen: Es dürften hier nur Mehrfamilienhäuser gebaut werden, wenn im Erdgeschoss öffentliche Angebote integriert sind. Dazu zählen Geschäfte oder Ärzte.

Sorgenkind Innenstadt

Die Entwicklung der Schlossarkaden verdeckt eines nicht: Sorgenkind vieler ist die Innenstadt, die zu den zentralen Themen im Oberbürgermeister-Wahlkampf gehört hatte. Einzelhändler punkten zwar mit ihrem Sortiment. Der Warenmix kann aber Leerstand an anderer Stelle nicht verdecken. Ein Geschäft steht seit Monaten leer, derzeit wird die Immobilie für 1800 Euro pro Monat angeboten. Beim Erscheinungsbild punktet die Fußgängerzone nicht als 1a-Lage.

Gemeinderat und Stadtverwaltung gehen das Thema an und setzen in der Vorweihnachtszeit einen ersten Akzent: Die Kommune hat einen Künstler damit beauftragt, das Zentrum auszuleuchten und beispielsweise Gebäude anzustrahlen.

Ideen des nächsten Oberbürgermeisters

Sebastian Frei will sich zu aktuellen Entwicklungen nicht äußern, solange er nicht Oberbürgermeister ist. Das Amt übernimmt er im Februar von Blättgen. Frei ist die Innenstadt wichtig, das betont er gegenüber unserer Zeitung. Sie müsse wieder mehr ins Bewusstsein der Menschen rücken. Um dies zu erreichen, will er auf eine Kombination mehrerer Bausteinen setzen. Dazu gehören kleine Investitionen, um die Attraktivität zu steigern - beispielsweise denkt er daran, ein Wasserspiel zu errichten. Außerdem müsse es ein kulturelles Programm mit Open-Air-Konzerten geben.