Der grüne Bogen um Eppingen kostet 13 Millionen Euro

Eppingen  Im Jahr 2021 wird Eppingen eine kleine Gartenschau ausrichten. Am Montag erhielt die Fachwerkstadt einen Förderbescheid vom Land.

Von Tanja Ochs

Der grüne Bogen um die Altstadt kostet 13 Millionen Euro

Friedlinde Gurr-Hirsch übergibt den Förderbescheid an OB Holaschke.

Foto: Ochs

 

Nicht nur vor Weihnachten ist Besuch vor allem gern gesehen, wenn er etwas mitbringt. Staatssekretärin Friedlinde Gurr-Hirsch (CDU) hatte am Montag ein ganz besonderes Geschenk dabei, als sie ins Eppinger Rathaus kam: Als Vertreterin der Landesregierung übergab die Politikerin offiziell den Förderbescheid für die Gartenschau an Oberbürgermeister Klaus Holaschke.

Mit zwei Millionen Euro beteiligt sich das Land an Planung und Gestaltung des Grünprojekts. Für einzelne Maßnahmen können weitere Gelder aus anderen Fördertöpfen fließen. "Wir rechnen mit sechs Millionen Fördergeldern", erklärte deshalb Bürgermeister Peter Thalmann. Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz, Sanierungsprogramm und ein Programm für die Renaturierung der Gewässer soll unter anderem noch ausgeschöpft werden.

Insgesamt will die Stadt 13 Millionen Euro in den grünen Bogen investieren, der sich ab 2021 um die Altstadt spannen soll. Im kommenden Jahr sind 1,8 Millionen Euro im städtischen Haushalt vorgesehen. "Es ist ein ambitioniertes Projekt", sagte Holaschke über die Gartenschau. Aber es stehe außer Frage, dass Eppingen das durchziehe. Die Gartenschau sei kein kleines Projekt, sondern "eine Riesenchance für die Stadtentwicklung".

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2010 hatte die Fachwerkstadt den Zuschlag vom Land erhalten, nachdem die baden-württembergischen Heimattage drei Jahre vorher ein voller Erfolg gewesen waren. 42 Bewerbungen lagen damals in Stuttgart vor, erinnerte sich Friedlinde Gurr-Hirsch. Die Wahl fiel auf Eppingen, auch weil die Stadt schon viel bewegt habe. Eppingen blickt bereits auf 40 Jahre Stadtsanierung zurück. Entstanden sei dabei ein Gesamtkunstwerk, sagte die Staatssekretärin. Besucher der Gartenschau werden auch durch die Innenstadt flanieren und einkaufen, hoffte Gurr-Hirsch auf Synergien. Gartenschauen hätten sich "weit weg von einer Blümchenschau hin zu einem infrastrukturellen Hebel" entwickelt. "Grün ist ein Wert an sich geworden", erklärte Gurr-Hirsch.

Der grüne Bogen um die Altstadt kostet 13 Millionen Euro  

In Eppingen werden außerdem die renaturierten Gewässer "ganz besonders interessant", glaubte Gurr-Hirsch. Zwischen dem Zusammenfluss von Hilsbach und Elsenz bis zum Postweg wird Wasser erlebbar gemacht. Stufen zum Ufer, verbreiterte Wasserläufe und Sitzgelegenheiten sollen den Aufenthalt am Wasser ermöglichen. Hinzu kommt eine barrierefreie Hauptachse rund um die Altstadt, die als Promenade gestaltet wird. Wasser ist auch dort das zentrale Thema. Am Kleinbrückentorplatz wird der Mühlkanal freigelegt und als Gestaltungselement Richtung Bahnhofswiesen fortgeführt. Dort wird ein Wasserspielplatz gebaut und der Weiher angelegt, der prägend für die Gartenschau sein soll.

Die Planungen sind schon fortgeschritten. Erst vor wenigen Wochen hatte die Verwaltung bei einer Bürgerversammlung über die Gartenschaupläne informiert. "Wir kommen gut voran", erklärte OB Holaschke. Im Februar soll der Planungsbeschluss fallen. Der Wettbewerb, bei dem das Berliner Büro Planorama als Sieger hervorgehe, habe sich gelohnt, ist sich Holaschke bereits jetzt sicher.