Das Ende einer Ära: Bürgermeister Uli Kremsler verabschiedet

Siegelsbach  Staffelstabübergabe im Rathaus: Nach 32 Jahren wurde der Siegelsbacher Bürgermeister Uli Kremsler in den Ruhestand verabschiedet. Gleichzeitig wurde sein Nachfolger Tobias Haucap vereidigt.

Von Tanja Ochs

Staffelstabübergabe im Rathaus

Januar 1986: Uli Kremsler wird in sein Amt eingeführt.

Foto: Archiv

In Siegelsbach ging eine Ära zu Ende: Nach 32 Jahren wurde Bürgermeister Uli Kremsler in den Ruhestand verabschiedet. Gleichzeitig wurde sein Nachfolger vereidigt.

"Die Zeit für Veränderungen ist gekommen", sagte der 61-jährige Alt-Bürgermeister. Als sein Nachfolger wurde Tobias Haucap ins Amt eingeführt. Beide Ereignisse mit einem Festakt zu feiern sei sowohl "wirtschaftlich sinnvoll" also auch ein Zeichen für einen reibungslosen Übergang, so der scheidende Rathauschef.

Ein Stück Geschichte geschrieben

Bürgermeisterstellvertreter Gunter Koos sprach von einem "fulminanten Neuanfang". Mehr als zwei Drittel der Wähler hatten Haucap im Oktober ihre Stimme gegeben, das sei ein Vertrauensvorschuss, erklärte Koos. Er vereidigte den neuen neuen Bürgermeister und legte ihm die Amtskette um, nachdem Landrat Detlef Piepenburg die Ernennungsurkunde überreicht hatte. Er werde alle Energie zum Wohle der Gemeinde einsetzen, versprach Haucap. "Ich bin überzeugt, dass wie gemeinsam auf dem richtigen Weg bleiben", sagte er. Er wolle "an Bewährtem festhalten" und eigene Impulse setzen.

Staffelstabübergabe im Rathaus

Sommer 2000: Uli Kremsler beim Fassanstich zum Dorffest.

Foto: Archiv

 

Das hat auch Kremsler in vier Amtsperioden getan. "Er hat ein Stück Geschichte geschrieben", betonte Staatssekretärin Friedlinde Gurr-Hirsch. Siegelsbach sei ein bezaubernder Ort. 1985 wurde Uli Kremsler Bürgermeister der Gemeinde. Anschließend gelang es ihm, rund fünf Millionen Euro Fördergelder aus Bund und Land für den Ort an Land zu ziehen.

Staffelstabübergabe im Rathaus

Bürgermeisterstellvertreter Gunter Koos (links) dankte Uli Kremsler und seiner Frau Petra beim Festakt im Bürgerzentrum. 32 Jahre lang hat der 61-Jährige unterstützt von seiner Familie die Geschicke der Gemeinde geleitet.

Fotos: Tanja Ochs

 

Bau von Bürgerzentrum und Grundschule, Baugebiete, Regenüberlaufbecken sowie die Umordnung des Bundeswehrgeländes und die Ansiedlung eines Lebensmitteldiscounters waren nur einige Erfolge der Ära Kremsler, die Gunter Koos aufzählte. "Er hat nicht nur verwaltet, sondern beständig weiterentwickelt." Als Dank machte der Gemeinderat den Bürgermeister zum "ersten und einzigen" Ehrenbürger der Gemeinde. Kremsler reichte das Lob an seine Mitarbeiter weiter: "Ohne ihren Einsatzwillen wären die Dinge so nicht umzusetzen gewesen." Aber auch seiner Familie dankte er "für die Geduld mit mir und meinem Terminkalender".

Staffelstabübergabe im Rathaus

Tobias Haucap (rechts) und seine Frau mit Landrat Detlef Piepenburg.

 

Ein grandioser Optimist

Er gehe nicht Wehmut, "auch nicht mit einem weinenden Auge", erklärte Kremsler. "Ich bin überzeugt, heute ist der richtige Moment." Zu seinem Abschied waren zahlreiche Bürger, Amtskollegen und Weggefährten gekommen. Auch Otto Widmaier, der als Landrat des Landkreises Heilbronn schon der Vereidigung Kremslers vor 32 Jahren beiwohnte, zählte zu den Ehrengästen. Deren Wertschätzung wurde in zahlreichen Grußworten deutlich. Pfarrer Daniel Fritsch bezeichnete Kremsler als "grandiosen Optimist" und verwies auf den langen Atem des Bürgermeisters. Er sei "offenkundig der richtige Mann am richtigen Ort gewesen", sagte Landrat Piepenburg.