Beschlossene Sache: Trinkwasserpreis steigt

Kraichgau  Mühlbachgruppe sieht Versorgung in ihrer Substanz gefährdet. Ein Plus von 30 Prozent soll auch Personalknappheit beheben. Davon betroffen sind unter anderem Bad Rappenau, Gemmingen, Hüffenhardt, Siegelsbach und Offenau.

Von Alexander Hettich

Beschlossene Sache: Trinkwasserpreis steigt

Trinkwasser frisch aus der Leitung: Hierfür müssen Verbraucher in Bad Rappenau und Umgebung künftig deutlich mehr bezahlen.

Foto: dpa

 

Verbraucher in Bad Rappenau und Umgebung müssen vom 1. Januar an deutlich mehr für Trinkwasser bezahlen. Wie erwartet, hat die Verbandsversammlung des Zweckverbands Wasserversorgungsgruppe Mühlbach am Dienstag beschlossen, den Preis um rund 30 Prozent auf 2,02 Euro je Kubikmeter Frischwasser anzuheben.

Änderungen

Neben der Kurstadt betrifft die Änderung unter anderem auch Gemmingen, Hüffenhardt, Siegelsbach, Offenau und andere Gemeinden. Bisher waren 1,56 Euro fällig. Eine vierköpfige Familie müsste einer Beispielrechnung zufolge 386 statt 288 Euro im Jahr berappen. Zugrundegelegt ist ein Verbrauch von 140 Kubikmetern. Die Grundgebühr für den Zähler ist darin enthalten, auch sie steigt auf 8,61 Euro pro Monat. Grund für die Anhebung sind nach Auskunft des Versorgers dringend nötige Investitionen in Personal und Infrastruktur. "Da ist einiges an Nachholbedarf vorhanden", erläuterte Michael Wilde auf Nachfrage.

Der Geschäftsführer ist seit Sommer 2016 im Amt und hat die Abläufe des Verbands gründlich unter die Lupe genommen. Ergebnis: Die Versorgung mit Trinkwasser sei mit der derzeitigen Ausstattung nicht zu gewährleisten. "Wir hätten das nicht stemmen können." Alarmierend hört sich das auch im Internet an, wo die Gruppe Antworten auf die wichtigsten Fragen veröffentlicht hat. Dort heißt es: "Nur mithilfe der Gebührenerhöhung kann die Qualität des Trinkwassers auch zukünftig gesichert werden." Drei Teams sind beim Verband zuständig für Rohrnetz, Elektro und Wasserwerke.

Verstärkung

Allein hundert Gebäude und technische Einrichtungen seien zu warten, berichtet Wilde. Alle drei Teams bekommen Verstärkung. Vorgesehen ist, das Personal der Mühlbachgruppe von derzeit 27 auf 35 aufzustocken. Eingeplant sind Mehrkosten von 1,2 Millionen Euro, die sich etwa zur Hälfte auf Personal und Unterhaltungsaufwand verteilen. Mit dem Kubikmeterpreis von 2,02 Euro bewegt sich die Gruppe im oberen regionalen Mittelfeld. In Heilbronn sind etwa 2,42 fällig, in Öhringen sogar 3,69 Euro. Geschäftsführer Wilde zieht als Vergleich den Mittelwert von Versorgungsbetrieben vergleichbarer Größe heran. Hier liege die Mühlbachgruppe rund fünf Prozent über dem Schnitt und damit "im moderaten Bereich".

So sieht es in Eppingen aus

Günstig kommen die Verbraucher in Eppingen mit 1,37 Euro weg. Die Versorgungsgruppe Oberes Elsenztal plant im kommenden Jahr keine Erhöhung. Für die Trinkwasserversorgung in Baden-Württemberg sind die Städte und Gemeinden zuständig. Häufig haben sich Nachbarkommunen zu Zweckverbänden zusammengeschlossen. In der Regel mischen Versorger eigenes Wasser mit Trinkwasser aus dem Bodensee.