Schmitthenner-Gymnasium bekommt G9 zurück

Neckarbischofsheim  Neckarbischofsheim - Eltern haben die Wahl: Am Adolf-Schmitthenner-Gymnasium in Neckarbischofsheim können sie bald ihr Kind für den G8- oder für den G9-Zug anmelden. Die Schule ist eine von 22 Modellschule im Land.

Von unserer Redakteurin Ulrike Plapp-Schirmer

Schmitthenner-Gymnasium bekommt G9 zurück

Tür auf für G9: Das Adolf-Schmitthenner-Gymnasium in Neckarbischofsheim mit Schulleiter Harald Frommknecht hat seinen Antrag erfolgreich durchgebracht. Zum Schuljahr 2013/14 gibt es dort einen G8- und einen G9-Zug.

Foto: Ulrike Plapp-Schirmer

Neckarbischofsheim - Eltern haben ab sofort die Wahl: Am Adolf-Schmitthenner-Gymnasium (ASG) in Neckarbischofsheim können sie Ende März ihr Kind für den G8- oder für den G9-Zug anmelden. Die Schule ist eine von 22 Modellschule im Land. Glücklich, dass es geklappt hat ist Rektor Harald Frommknecht. Im Verbreitungsgebiet der Heilbronner Stimme/Kraichgau Stimme sind davon Familien in Obergimpern, Wollenberg, Siegelsbach und Hüffenhardt betroffen.

In "zwei Geschwindigkeiten", so der Untertitel des landesweiten Modellprojektes, können sich die nächsten Fünftklässler am ASG "auf den Weg zum Abitur" machen. Insgesamt 44 Schulen im Land bieten die Wahlmöglichkeit ab den Schuljahren 2012/13 oder 2013/14 an.

Eltern sprechen sich für G9 aus

Die Zahlen sprechen für sich: "An den 22 Gymnasien der ersten Tranche", heißt es in der aktuellen Pressemitteilung des Kultusministeriums, "haben zum Schuljahr 2012/13 mehr als 80 Prozent der Eltern ihre Kinder für den neunjährigen Bildungsgang angemeldet."

Das deckt sich mit der Umfrage, die das ASG vor Antragstellung durchgeführt hatte: Hätten sie die Wahl gehabt, hätten 80 Prozent der Eltern ihre Kinder für den G9- und zehn Prozent für den G8-Zug angemeldet. Zehn Prozent wollten sich nicht festlegen. Jetzt kann das Gymnasium erstmals beides anbieten.

Ergänzung zu G8

Harald Frommknecht ist kein Gegner von G8: "Ich denke, für einen Großteil unserer Schüler ist G8 nicht schlecht." Doch hofft er, dass das ASG mit dem G9-Zug auch diejenigen Schüler gewinnen kann, die seit Einführung von G8 regelmäßig auf die Realschule ausweichen. "Bis zu 30 Prozent", so Frommknecht.

Im Gegensatz zu den Städten gebe es im ländlichen Raum immer noch ein defensives Bildungsverhalten. "In Heidelberg finden sie das nicht: Dort geht jedes Kind, das eine Gymnasialempfehlung hat, auch aufs Gymnasium." Dagegen wolle man im ländlichen Raum dem Kind G8 oftmals nicht zumuten. Viele seien in ihrer Freizeit außerdem sehr aktiv in einem funktionierenden Vereinswesen eingebunden. G8 lässt da wenig Raum.

Info-Veranstaltung

Am Dienstag, 5. März, 19 Uhr, will Harald Frommknecht Eltern über die G9-Modellschule informieren. Am 20. und 21. März laufen dann die landesweit einheitlichen Anmeldetermine: "Danach wissen wir, wie viele G8- und wie viele G9-Schüler wird haben", sagt der Schulleiter.