Mitmach-Parcours gegen die Sucht

Von unserer Redakteurin Tanja Ochs

Mitmach-Parcour gegen die Sucht

Mit 1,3 Promille Alkohol im Blut, fällt der Nachhauseweg selbst mit tatkräftiger Unterstützung ziemlich schwer. Die Schüler erleben mit der Rauschbrille, wie Schnaps und Bier die Wahrnehmung verändern.

Foto: Tanja Ochs

 

Eppingen - Jugendliche sind besser als ihr Ruf, da ist sich Peter Frech sicher. "Sie können nur nicht mit Alkohol umgehen", sagt der Projektleiter des Mitmach-Parcours Klarsicht. Meist sei der Vollrausch ein Unfall - und gerade deshalb sind Informationen wichtig.

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung tourt aber "nicht mit erhobenem Zeigefinger" durch das Land, sondern mit fünf Stationen, an denen Schüler sich mit Erfahrungen und Folgen von Alkohol- und Tabakkonsum auseinandersetzen.

Vier Jahre haben die Eppinger Schulen auf den Parcours gewartet, 300 Mädchen und Jungen haben in den vergangenen zwei Tagen daran teilgenommen. "Wir wollen die Wirkung diskutieren", sagt Peter Frech. Das geschieht beispielsweise verbal in der "Talkshow", in der die Jugendlichen 15 Minuten lang über einen fiktiven Fall sprechen oder eigene Probleme zur Sprache bringen können. Aber auch aktiv mit der Rauschbrille auf der Nase. "Dadurch sieht man ganz verschwommen", berichtet Achtklässlerin Theresa Peluso.

Die Stationen folgen jeweils keinem festen Ablauf, sondern leben vom Input der Schüler: "Die Gespräche gehen in viele Richtungen", sagt der Verantwortliche. Das Projekt wolle den Alkohol nicht verteufeln, sondern t für einen verantwortungsvollen Umgang werben ohne zum Konsum aufzufordern. Beim Tabak hingegen liege der Fokus auf der Suchtprävention, erklärt Frech. "Wir sollen unsere Haltung überdenken", glaubt Daniel Goltz. Der Gymnasiast lobt die Veranstaltung genauso wie seine Mitschülerin Alisa Kramer: "Die wollen wirklich unsere Meinung hören."




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