Gemminger wird Abt in Ottobeuren

Gemmingen  Gemmingen - An den Titel Abt müsse er sich selbst noch gewöhnen. Dabei kam die Wahl durch den Konvent am vergangenen Montag nicht überraschend. Der Gemminger Johannes Schaber ist der 66. Abt der Benediktinerabtei in Ottobeuren.

Von unserer Redakteurin Tanja Ochs

Gemminger wird Abt in Ottobeuren

Abt Johannes aus Ottobeuren ist in Gemmingen aufgewachsen.

Foto: privat

Gemmingen - Der Gemminger Johannes Schaber ist der 66. Abt der Benediktinerabtei in Ottobeuren. Damit ist der 45-Jährige zuständig "für alle Belange des Klosters", in dem er seit mehr als einem Vierteljahrhundert lebt. Es sei seine wichtigste Aufgabe, sagt der Theologe. "Man übernimmt ein Erbe."

Ein Zufall habe ihn nach dem Abitur in das mehr als 1000 Jahre alte Kloster geführt. "Aber ich habe mich sofort entschieden, einzutreten", erinnert sich der Pater. Sein Wunsch stand da schon lange fest: "Ich wollte nie was anderes werden." Schon als Neunjähriger wollte der gebürtige Heilbronner demnach Priester werden.

 Pater Johannes

1987 trat er ins Kloster ein, zuvor hat er das Gymnasium in Eppingen besucht und am Heilbronner Robert-Mayer-Gymnasium das Abitur abgelegt. Der Kontakt in die Heimat ist nie abgerissen: Zu Eltern, Nachbarn, Freunden. Aber auch zur Kirchengemeinde, die Gemminger Firmlinge besuchen den Mönch regelmäßig im Allgäu.

"Hier kennt man mich Pater Johannes", sagt der Gemminger. An den Titel Abt müsse er sich selbst noch gewöhnen. Dabei kam die Wahl durch den Konvent am vergangenen Montag nicht überraschend, seit 2005 ist Schaber Subprior des Klosters, in dem derzeit 19 Mönche leben. 15 von ihnen haben Pater Johannes zu ihrem Abt bestimmt. Die Wahl erfolgt auf zwölf Jahre.

Der ehemalige Regionaldekan der Diözesanregion Memmingen-Unterallgäu ist außerdem als Leitender Pfarrer zuständig für mehr als 8000 Katholiken. Der Philosoph Schaber ist in seiner Sektion wissenschaftlich tätig als stellvertretender Dekan der Bayerischen Benediktinerakademie, hat zahlreiche Schriften veröffentlicht und ist Mitglied der Europäischen Akademie der Wissenschaften und Künste.