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Nach erneuter Kontrolle: Noch immer zu viele Hühner (19.03.2010)
Von Adrian Hoffmann
Gemmingen - Bis Ende der Woche hatte Geflügelhof-Betreiber Rainer Schukraft aus Gemmingen Zeit, um die Auflage des Veterinäramts zu erfüllen: den Bestand der Hühner in der Kleingruppenhaltung auf das erlaubte Maß zu reduzieren. Doch auch nach einer erneuten Kontrolle am Freitag hat er noch immer zu viele Hühner.
Hubert Waldenberger, Sprecher des Heilbronner Landratsamts, spricht von „erheblichem“ Überbesatz. „Ich gehe davon aus, dass am Montag ein Zwangsgeld festgesetzt wird“, sagt er. Dieses könne im hohen vierstelligen bis fünfstelligen Bereich liegen.
Am Montag hatte Schukraft noch gegenüber der Heilbronner Stimme gesagt, man habe den Bestand reguliert. Am Freitag korrigierte er dies. Ihm sei ein Rechenfehler unterlaufen, worauf er das Veterinäramt vor der Kontrolle hingewiesen habe.
Kein Ende
Wie berichtet, läuft unabhängig davon ein Bußgeldverfahren wegen Verstößen gegen tierschutzrechtliche Bestimmungen – Schukraft hatte die zwischenzeitlich verbotene Käfighaltung Anfang 2010 weiterbetrieben. Die Heilbronner Staatsanwaltschaft wird außerdem anhand der Akten des Heilbronner Veterinäramts entscheiden, ob ein Strafverfahren eingeleitet wird – oder ob es bei einem Ordnungswidrigkeitsverfahren bleibt.
Die ganze Geschichte nimmt für den bekannten Hühnerfarm-Betreiber aus der Region, der sogar ein eigenes Hofcafé hat, erstmal kein Ende. Die Aufregung nach dem Bekanntwerden eines Tierschützer-Videos aus seinem Betrieb und einem Bericht in der ZDF-Sendung Wiso führt zu immer mehr abspringenden Kunden. „Wir sind total fertig“, sagt Rainer Schukraft.
Es seien mehr Geschäftskunden, die Aufträge stornieren, weniger Privatleute. Offenbar, so Schukraft, rufe jemand aktiv bei seinen Geschäftspartnern an und drohe, wer weiterhin Schukraft-Eier beziehe, dessen Kunden werde man informieren. Er habe das Gefühl, er sei ein Stück weit der Sündenbock für alle, die Kleingruppenhaltung in Vier-Meter-Einheiten ablehnen.
Die Tierschützer der Organisation „Vier Pfoten“ bezeichnen diese Haltung als altes Leid in neuen Käfigen. In ihrem Video zeigten sie erschreckende Bilder von toten Hühnern. Am Abend vor dem ungebetenen Tierschützer-Besuch seien die Hühner aus der früheren Käfighaltung von der Schlachterei abgeholt worden, so Schukraft – einige verendete Tiere aus den leeren Käfigen seien von den Tierschützern dann dazu genutzt worden, „uns massive hygienische Vorwürfe zu machen“. Die Bilder seien teilweise verfälscht.
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