Erfolgreiches Blacksheep-Festival: 7500 Besucher und trockenes Wetter

Bad Rappenau  Von Donnerstag bis Sonntag fand in Bonfeld das dritte Blacksheep-Festival statt. Unsere Reporter berichten per Blog und Video vom Festivalgelände.

Von unserem Redakteur Andreas Sommer

Mit dem Auftritt von Headliner Uriah Heep ist am Samstag das Blacksheep-Festival zu Ende gegangen.

Mit einem mitreißenden Auftritt der Rock-Dinosaurier von Uriah Heep ist am Sonntagmorgen kurz  vor ein Uhr das 3. Blacksheep-Festival  im Bad Rappenauer Teilort Bonfeld zu Ende gegangen. Insgesamt kamen rund 7500 Besucher an den drei Festivaltagen auf das idyllische Gelände, um internationale Musik-Legenden und -Talente zu erleben. Die Bonfelder hatten auch am dritten und letzten Festivaltag das Glück des Tüchtigen. Das gesamte Tagesprogramm blieb niederschlagsfrei.

Kontrastprogramm

Während es am Vormittag noch in Strömen gegossen hatte, hatten 30 Helfer, darunter zehn Flüchtlinge, drei Stunden lang 86 Kubikmeter Holzhacksschnitzel auf den total zermatschten Boden vor der Schlossparkbühne aufgetragen. Kurzzeitig hatten die Verantwortlichen um den Vereinsvorsitzenden Ulrich Schneider und Kreativteam-Chef Franz Koroknay sogar an eine Absage des Festivalsamstags gedacht. Doch pünktlich zu Programmbeginn setzte der Regen aus, und sogar die Sonne ließ sich blicken. Wie die Tage zuvor bot auch der Samstag den knapp 3000 Besuchern ein ambitioniertes Kontrastprogramm mit Bands aus Wales, Irland, Großbritannien, Deutschland, Luxemburg und den USA.

Viele neue Fans dürfte die Berliner Band Bell Book and Candle mit ihrem eingängigen Pop gewonnen haben,  und auch der Country-Rock-Pop-Mix der Bad Tölzer Bananafishbones hat im Innenhof beträchtlichen Zulauf. Das Quintett The Coronas empfiehlt sich mit seinem mal hemdsärmeligen, mal balladesken Indie-Folkrock der jüngeren Generation. Die Jungs aus Dublin fallen auch deshalb  auf, weil keiner ihrer Songs einen richtigen Schluss aufweist. Entdeckung des Abends ist die kämpferische US-Frauenband Antigone Rising. Ihr abwechslungsreicher, kraftvoller Countryrock und ihre Liebeserklärungen an Deutschland zeitigen Wirkung beim Publikum.

Aura eines Medizinmanns

Uriah Heep gibt es seit 47 Jahren. In der Zeit erlebte die Band rund 35 Umbesetzungen. Einziges Gründungsmitglied ist der dauergrinsende Gitarrist Mick Box (68) mit langer weißer Mähne, die ihm die Aura eines Medizinmanns verleiht. Sänger Bernie Shaw (59), noch gut bei Stimme, legt sich enorm ins Zeug und gibt den Publikumsanimateur. Phil Lanzon lässt seine Keyboardtöne wild wabern, während der glatzköpfige Russell Gilbrook wie ein Wahnsinniger auf sein Schlagzeug eindrischt und der zierliche Bassist Davey Rimmer ständig seine Mähne schüttelt und über die Bühne rast. Reichten früher fünf Minuten Brachialrock der Band für zwei Tage Tinnitus, kommt der Sound in Bonfeld  glasklar rüber.

Die Dinos des Rock ziehen eine sympathische, selbstironische Malocher-Show ab, die nach fast zwei Stunden in „Easy Livin`“ ihren Höhepunkt findet. Uriah Heep sind keine Ingenieure des Rock, sondern rechtschaffene Mechaniker, die mit sichtlichem Spaß dabei sind. Was fragte  Bernie Shaw doch gleich das Publikum: „Do you wanna make some noise with me?“ (Wollt Ihr ein bisschen Krach mit mir machen?).

Das nächste Blacksheep-Festival findet von 22. bis 24. Juni 2017 in Bonfeld statt. Early-Bird-Tickets gibt es ab dem 1. Dezember, das Line-up wird aber erst am 6. Januar verraten.