Carsharing auf dem Land: Pläne zu den Akten gelegt

Gemmingen - Gemmingen verabschiedet sich von den Plänen für ein eigenes Carsharing-Modell. „Das wird wirtschaftlich nicht möglich sein“, bedauert Timo Wolf, Bürgermeister der 5000-Einwohner-Gemeinde.

Von Alexander Hettich

Noch Zukunftsmusik:Schlüsselübergabe vor dem Eppinger Bahnhof. Auch die Verwaltung der Fachwerkstadt sieht wenig Chancen, das Modell einzuführen.
Gemmingen verabschiedet sich von den Plänen für ein eigenes Carsharing-Modell. „Das wird wirtschaftlich nicht möglich sein“, bedauert Timo Wolf, Bürgermeister der 5000-Einwohner-Gemeinde. Eigentlich sollte es eine Machbarkeitsstudie geben, 5000 Euro waren dafür im Haushalt vorgesehen. Das Geld bleibt in der Gemeindekasse.

Nach Gesprächen mit Fachleuten hat die Kommune die ehrgeizigen Pläne zu  den Akten gelegt. Manfred Wacker, Verkehrswissenschaftler an der Universität Stuttgart, zeigte sich im Gespräch mit stimme.de nicht überrascht:  „Es gibt in kleinen Gemeinden einfach zu wenig Potenzial, damit sich das trägt.“ Carsharing auf dem Lande funktioniere nur, wenn es von engagierten Privatleuten organisiert sei: „Da braucht man Idealisten.“

Für Knut Lickert vom Verkehrsclub Deutschland  steht die Carsharing-Idee erst am Anfang ihrer Entwicklung:“Das wird auch auf dem Land mehr werden.“ In vielen Großstädten ist das Modell, dass sich mehrere Nutzer ein Auto teilen, sehr erfolgreich.

In Heilbronn bietet Stadtmobil seit 2012 Carsharing an. In kleineren Städten wie Eppingen gab es immer mal wieder Vorstöße. Die Verwaltung sieht aber keine Chance, Carsharing erfolgreich einzuführen.