Blitzsäule überwacht 70er-Zone bei Rohrbach

Bad Rappenau/Eppingen  Der Kraichgau ist bei der Verkehrsüberwachung zweigeteilt: Während Eppingen stationäre Blitzer einsetzt, kommt das für die Stadt Bad Rappenau nicht infrage.

Von Nicole Theuer

Blitzsäule überwacht 70er-Zone bei Rohrbach

Noch können sich Autofahrer an die stationäre Tempokontrolle beim Eppinger Stadtteil Rohrbach gewöhnen, bald geht sie in Betrieb.

Foto: Theuer

Eine Blitzsäule aus Richen hat einen neuen Standort bekommen. Sie steht nun an der Bundesstraße in der Nähe der neuen Ampel bei der Gießhübelmühle und geht in den nächsten Tagen in Betrieb, sagte Eppingens Ordnungsamtsleiter Günter Brenner.

"Es fehlen noch eine Markierung und die Abkantung einer Leitplanke." Außerdem gestehe die Verwaltung den Verkehrsteilnehmern "eine gewisse Gewöhnungsphase an die Anlage zu".

Mit den stationären Anlagen macht die Stadt nach eigenen Angaben gute Erfahrungen. "In Richen ist die Überschreitungsquote rückläufig", betonte Günter Brenner. "Zudem bekommen wir von den Bürgern positive Rückmeldungen, dass der Lärmpegel zurückgegangen ist." Gerade in punkto Verkehrssicherheit erhofft sich die Verwaltung von der Anlage an der Bundesstraße einen ähnlichen Effekt wie in Richen.

Dort seien viele Fahrzeuge zu schnell unterwegs. "Das haben Messungen mit der mobilen Anlage ergeben", erklärte Günter Brenner. Der Streckenabschnitt sei aber von der Polizei in den vergangenen Jahren nicht mehr als Unfallschwerpunkt gemeldet worden. Eppingens Ordnungsdienst setzt im Verwaltungsraum mit Ittlingen und Gemmingen noch eine eigene mobile Anlage an. Außerdem mietet sie gelegentlich noch eine Kamera. "Die mobile Anlage kommt vor allem an Beschwerdestellen, die uns von Bürgern genannt wurden, zum Einsatz. Zudem an Kindergärten und Schulen", sagte Brenner.

Die Stadtverwaltung Bad Rappenau lehnt es ab, stationäre Tempokontrollen aufzustellen. "Wir haben keine Ambitionen, auf stationäre Blitzer umzusteigen", erklärte Bad Rappenaus Ordnungsamtsmitarbeiter Andreas Lämmle. "Wir sehen keinen übermäßigen Bedarf." Seitens der Verwaltung halte man mehr davon, unangekündigte Messungen an wechselnden Orten durchzuführen. "Mit den mobilen Anlagen können wir auch an einem Tag verschiedene Messstellen abdecken. Das ist aus unserer Sicht das geeignetere Mittel", betonte Andreas Lämmle. "Wir denken, dass der verkehrserzieherische Effekt größer ist als bei stationären Anlagen, denn die Verkehrsteilnehmer wissen ja nie, wo die Anlage steht."

Etwa acht bis zwölf Stunden im Monat ist die mobile Einheit im Einsatz. Die Stadt reagiere auf Unfallschwerpunkte, außerdem werde vor schutzwürdigen Einrichtungen wie Schulen und Kindergärten immer wieder geblitzt. "Oder wir messen an Stellen, die uns von Bürgern genannt werden." Lämmle sagte: "Es geht um die Verkehrssicherheit."

Das Ordnungsamt ist auch für Tempokontrollen in Kirchardt und Siegelsbach zuständig. "Hier sind die neu eingerichteten 30er-Zonen aktuell der Schwerpunkt", erklärte Lämmle. "Sollte in einer der Kommunen der Wunsch nach einer stationären Anlage aufkommen, müssen wir uns darüber unterhalten."

Eines haben die Fachwerk- und die Bäderstadt gemeinsam: Personell kommen sie an ihre Grenzen. In Richen gebe es so viele Verwarnungen, dass das Personal aufgestockt werden musste, sagte Eppingens Rathaussprecher Sönke Brenner.