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Südliches Feuer in sommerlicher Hitze
Von Susanne Walter
Bad Rappenau - Am schwülen Mittwochabenderreichte das Kurhaus in Bad Rappenau eine mediterrane Welle: Die Vokalistin Malena Grandoni und ihr Ensemble mit Geiger Miguel Prado und dem Akkordeon-Virtuosen Andres Grandoni luden zu einer italienischen Nacht.
Zigeunergeige
Der Zeitpunkt war gut gewählt: Im Sommerloch hatte so mancher wieder Appetit auf kulturelle Häppchen in entsprechendem Flair. "Vor der Sommerpause gab es so viele Konzerte, dass man schon gar keine Lust mehr hatte. Aber jetzt, mitten im August, sieht das schon wieder anders aus", fand Ingrid Bergmann-Brauer aus Bad Rappenau. Malena Grandoni, im gestrickten goldenen Abendkleid, gab alles, um die italienische Nacht mit südlichem Feuer zu gestalten. Ihre beiden Begleiter, die als versiertes Duett manche instrumentale Einlage bestritten, ließen ihr − molto galantemente − den Vortritt. Miguel Prado, der Geiger, ein Freund der Familie Grandoni, beherrscht die Zigeunergeige mit geradezu nebensächlicher Selbstverständlichkeit. Mit dem Knopfakkordeon von Andres Grandoni kam er schnell ins Zwiegespräch. Es gab Echoeffekte und Einleitungen mit Geräuscheffekten, die Grandoni, der Ehemann der Sängerin, selbst kreiert hatte.
So gehörten zwar weite Teile der italienischen Nacht dem Starkomponisten aus dem Sonnenland, Giacomo Rossini. Akkordeonkönner Grandoni hatte für die ungewöhnliche Kombination aus Geige, Akkordeon und Gesang allerdings seine eigenen Fassungen berühmter Opern- und Operettenzitate geschrieben: Mal ließ die Geige hörbar Möwen auf den Wellen schaukeln, mal kam durch den Hauch des Akkordeons − ohne Ton − der Sommerwind dazu. Ein Genuss für alle Daheimgebliebenen und eine musikalische Reise, die bei jeder Nummer mit reichlich Applaus bedacht wurde. Bei der Ouvertüre zur "Diebischen Elster" kurz vor der Pause wollte schon kaum jemand das Ensemble gehen lassen. Am Ende sah das nicht anders aus. Der Diva des Abends, Malena Grandoni mit ihrer galant-markanten Altstimme, stahl keiner der Musiker die Show.
Liebe und Alltag
Leicht sentimental schwang der Grundton der Zigeunermusik den ganzen Abend lang mit bei italienischen Kunstliedern, die von Liebe und den kleinen Sorgen des Alltags handelten. Den Kopf oft leicht geneigt, die Arme zum Publikum ausgebreitet, sammelte die Sängerin Sympathiepunkte. "Die Aussicht auf Operetten und Tavernenlieder, sprich: auf klassische leichte Sommerkost, hat uns hergeführt, und wir wurden nicht enttäuscht", schwärmte Franz Burlader aus Kirchardt.
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