Keine Leidenschaft ohne Risiko

Von Alexander Hettich

Keine Leidenschaft ohne Risiko
Eine Nummer kleiner, vielleicht einen Tick erlesener: Norbert Höge zögerte nicht, als sich die Chance bot, Gitarrist Paul Rose zu verpflichten.Foto: Alexander Hettich 

Eppingen - Musik ist sein Hobby. Doch statt nur zu Konzerten zu gehen, organisiert der Eppinger Norbert Höge selbst welche. Seit Jahren lässt er in der Stadthalle Bands auflaufen, die Hits der Doors, von Deep Purple oder Led Zeppelin nachspielen. Diesmal macht es der 42-Jährige eine Nummer kleiner und vielleicht auch einen Tick erlesener: Der englische Blues-Rock-Gitarrist Paul Rose gastiert am Samstag mit seiner Band im Schwanensaal. Für Freizeit-Konzertveranstalter Höge wird es dann aus mehreren Gründen spannend.

Hoch gelobt

"Ich weiß nicht, wie es ankommt", sagt der Eppinger. Rose werde als einer "der zehn besten Gitarristen Englands" gehandelt. Nur hierzulande weiß das kaum einer. Höge meint trotzdem, dass er auf die richtige Karte setzt. Ein "Virtuose ohne Ende" sei der Brite. So sah es wohl auch Blues-Rock-Legende Rory Gallagher, der den in Newcastle geborenen Gitaristen einst über den grünen Klee lobte. Bei einem Wettbewerb übergab Rory Rose eine Stratocaster-Gitarre, die für den Engländer immer noch zur regelmäßigen Tournee-Ausrüstung gehört. Reine Zitate kommen bei Rose nicht in die Tüte. "Er macht sein eigenes Ding", erklärt Veranstalter Höge. Wenn der Liedermacher mit dem feinen Händchen für die Bluesgitarre doch mal Anleihen bei großen Hits nimmt, gibt er ihnen eine eigene Färbung.

Wie viele Zuschauer am Samstag in den Schwanensaal kommen, ist für Höge nicht nur eine Frage der Ehre, sondern auch der baren Münze. Von einem "finanziellen Wagnis" spricht der Eppinger. Für seine Konzerte geht er in Vorleistung, 300 Plakate werben − über den Kraichgau verteilt − für den Rose-Abend, an die 5000 Flugblätter hat er drucken lassen. Die Stadthalle, in der sich bei den Cover-Konzerten der Vorjahre immer um die 400 Fans tummelten, war diesmal eine Nummer zu groß. Die Wahl fiel auf den Schwanensaal, der 200 Zuhörern Platz bietet und, so Höge, "nur noch schwer zu kriegen ist". Rose, der einen Bassisten und einen Schlagzeuger mitbringt, tourt vor allem durch Schottland und England. In Deutschland stehen nur wenige Termine auf dem Programm. Einer davon war kurzfristig ausgefallen. Höge, der den Rose-Basser kennt, zögerte nicht lange, "obwohl ich dieses Jahr eigentlich gar nichts machen wollte".

Doors-Fan

Im kommenden Jahr macht er auf jeden Fall wieder etwas, und es wird auf jeden Fall mit den Doors zu tun haben. Jim Morrissons Todestag jährt sich dann zum 40. Mal. Höge beschreibt sich selbst als "verrückten Doors-Fan". Ein Konzert zu Ehren der Idole ist fest eingeplant, dann wohl wieder in der Stadthalle.

Die Paul-Rose-Band spielt am Samstag, 20. März, im Schwanensaal. Einlass ist um 19.30 Uhr. Karten kosten zehn Euro im Vorverkauf bei Schreibwaren Müller oder unter 0174/3450316, an der Abendkasse 13 Euro. Weitere Informationen unter www.noho-live.de.



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