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Eine Gralsssuche mit Seitenhieben
Von Nicole Theuer
Eppingen - Am Ende waren die Meinungen der Besucher sehr geteilt. Den einen hatte die Auftaktveranstaltung des Figurentheaters für die neue Spielzeit mit dem "Ritter der Kokosnuss" sehr gut gefallen, andere machten eher lange Gesichter. Denjenigen, die 90 Minuten lang ihren Spaß hatten, war die Handlung bekannt. Monty Python hatte 1975 unter der Regie von Terry Gilliam die Sage von König Artus und seiner Suche nach dem heiligen Gral als Kinofilm herausgebracht. Mehrmals habe er den Film schon gesehen, erzählte ein Besucher. Im vergangenen Jahr habe er auch das Musical Spamalot, das den gleichen Ursprung hat, angeschaut.
Britischer Humor
In satirischer Weise erzählt Python die Sage von König Artus und seinen Tafelrittern auf der Suche nach dem heiligen Gral. Wie bei der britischen Komikertruppe üblich, fehlen die bösartigen Seitenhiebe nicht. Das französisch-englische Verhältnis wird ebenso auf die Schippe genommen wie das Auseinanderdriften von Medienwelt und Realität. Adaptiert wurde der Stoff von Mitgliedern des Marotte-Figurentheaters aus Karlsruhe und der Gruppe Fiesemadände aus Berlin, die jedoch nicht mit realen Schauspielern, sondern mit Blechhandpuppen agierte.
So trafen König Artus und sein Diener Patsy bei der Gralssuche zunächst auf Mitglieder einer Kommune und mussten sich einen Vortrag über die Unterdrückung der Landbevölkerung durch den Adel anhören, ehe ihnen Bedevere über den Weg lief, der seine Klugheit dadurch bewies, dass er wusste, woran man Hexen erkennen kann.
Gemeinsam mit den ebenfalls in die Tafelrunde aufgenommenen Sir Lancelot und Sir Galahad machten sich Artus, Patsy und Bedevere auf den Weg zum Gral, begegneten dabei noch dem Zauberer Merlin und dem lieben Gott. Gespickt war das Spiel der drei Akteure auf der Bühne mit Situationskomik.
"Wenn man den Film von Monty Python nicht kennt, ist es schon schwer, das Stück zu verstehen", gab Theaterchef Thomas Zotz in der Pause zu.
Reaktionen
"Handwerklich ist das super gemacht, aber ich kann mit dem Humor nichts anfangen", bekundete ein Zuschauer aus Brackenheim. "Ich bin einfach gekommen, weil ich das Ganze hier mal sehen wollte." Wenige Plätze weiter outete sich ein Eppinger als wahrer Fan: "Mich haben die Plakate angesprochen, daher hatte ich schon vorher die Erwartung und die Vorstellung, was mich heute Abend erwartet. Schließlich kenne ich den Film." Dementsprechend kam der Herr in der ersten Reihe voll auf seine Kosten. Sein Fazit: "Ich bin nicht enttäuscht, ganz im Gegenteil. Die Aufführung ist wie der Film."
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