- Artikel
- 0 Kommentare
- Versenden
Dem Volk im wahrsten Wortsinne aufs Maul geschaut
Von Susanne Walter
Eppingen - Im Schwanensaal hätte nicht einmal mehr ein Schwan Platz gehabt, am Freitagabend, als der Heidelberger Kabarettist und Musiker Arnim Töpel in Eppingen gastierte. Kein freies Plätzchen, dafür so viele amüsierte Menschen, dass sich besonders die Organisatoren dieser kabarettistischen Begegnung, die Stadtverwaltung, das örtliche Figurentheater und die hiesigen Heimatfreunde, über den Erfolg freuten.
Gebabbl
Arnim Töpel ist ein Publikumsmagnet. Sein Stoff ist zeitlos. Der Kurpfälzer Dialekt bietet reichlich Material für abendfüllende Programme. Seit zwölf Jahren tourt der bluesig angehauchte Entertainer durch den deutschsprachigen Raum. In Eppingen nun rannte er offenen Türen ein, vielleicht gerade, weil die Kurpfalz geografisch nah und das Gebabbl vertraut ist.
Eines seiner Programme, "Best of Mundart − Wemm gheaschn du?", ist nicht nur ein Konzentrat aus Kurpfälzer Sprich, also Sprüchen. Töpel schaut dabei auch dem Volk aufs Maul und in Herz und Hirn hinein.
Unter Kurpfälzern aufgewachsen, schlüpft er immer wieder in die "Roll vom Ginder". Der Günther steht für den einfach Gestrickten. Töpel führt ihn so herrlich vor, dass in Eppingen kein Auge trocken bleibt.
Der Eppinger selbst habe keine Schwierigkeit damit, zu übersetzen, was etwa "abbene Hooor" sind, nämlich abgeschnittene Haare, verriet Oberbürgermeister Klaus Holaschke, der mit seiner Gattin lachend in der ersten Reihe saß.
Auch von den Heimatfreunden waren viele gekommen, um den gelernten Juristen Arnim Töpel, der auch in Radio und Fernsehen kein Unbekannter ist, zu erleben. Der Kabarettist kennt seine Heimat, er weiß um die derbe Herzlichkeit dieses Menschenschlags und inszeniert genau diese Eigenheit der Vorliebe für jedes Detail. "For umme" (umsonst) ist ein geflügeltes Wort. Dem Kabarettisten, der als Philosoph unter seinen Kolleginnen und Kollegen gilt, ist das ein eigenes Lied wert. Ebenso wie "Wemm gheaschn du?", der beliebtesten Frage auf dem Land, wenn ein neues, unbekanntes Kind auftaucht.
Figuren
Der Kurpfälzer und die Philosophie? Der Ginder, Töpels Alter Ego, weiß, wie das zusammen passt. Schließlich kommt er im Leben zurecht und "des net schlescht". "Des Glick liegt knapp nebbe de Kapp. Isch muss doch net was suche, was isch scho hab, und isch kann nix verliere, was isch net hab", lautet, zum Beispiel, eine Erkenntnis, die Töpel als Dolmetscher des Kurpfälzischen Denkens im Kraichgau preisgibt. Übersetzungen lieferte der gut aufgelegte 52-Jährige keine. Sonst wäre aus dem Kabarett-Abend vielleicht eine Kabarett-Nacht geworden.
Theater in der Region | Links
24.05.2012
Preistägerkonzert und Verleihung des Förderpreises
24.05.2012
Des Geyers schwarzer Haufen - Folks-Musik.
24.05.2012
Jugendmusikschule: Vorspiel Violine.
24.05.2012
24.05.2012
24.05.2012
Veranstaltungsreihe: Wenn die Eltern älter werden.
24.05.2012
24.05.2012
24.05.2012
24.05.2012
2936 mal gelesen
Schlag gegen mutmaßlich kriminelle Gruppe
1573 mal gelesen
594 mal gelesen
Kathrin Köster legt Amt nieder
469 mal gelesen
Keine langen Kneipennächte mehr
430 mal gelesen
8 Kommentare
3 Kommentare
Stadt verzichtet auf privaten Wachdienst
Tübingen (dpa) 2 Kommentare
Küng: Papst droht selbst zum Kirchenspalter zu werden
1 Kommentare
Volksfest, Talmarkt: Was Sicherheit kostet
Berlin (dpa) 1 Kommentare
Archivsuche
- Hauptnavigation Freizeit
- Themen Anzeigen
- Links
- Service



