Polizei ermittelt nach übelster Tierquälerei (10.05.2010)

Sinsheim/Zuzenhausen - Ein abscheulicher Fall von Tierquälerei hat am 28. April in Zuzenhausen sein Ende genommen. Ein verwahrloster Hund erlitt über einen langen Zeitraum hinweg Schmerzen. Die Polizei sucht jetzt nach dem Halter.

Von Adrian Hoffmann


Sinsheim/Zuzenhausen - Was Menschen Tieren antun können – das zeigt ein Fall von Tierquälerei, der in Zuzenhausen sein Ende nahm und an Abscheulichkeit kaum zu überbieten ist. Im Allmendweg wurde von einem Unbekannten am 28. April ein Hund ausgesetzt, der offensichtlich über Wochen, wahrscheinlicher über Monate oder Jahre, Schmerzen erleiden musste. Die Polizei Heidelberg hat ein Ermittlungsverfahren eingeleitet, nähere Erkenntnisse über die Hintergründe gibt es bislang aber nicht.

Gejaule

Der ungarische Hütehund (Puli), wie man im Tierheim vermutet, ist möglicherweise aus einem Auto geworfen worden. Anwohner hörten um 6 Uhr morgens lautes Gejaule und fanden anschließend den Hund auf der Straße liegend. Der Allmendweg ist unweit der Bundesstraße 45. Der Rüde – schätzungsweise acht bis zehn Jahre alt – hatte eine große, ältere Wunde an einem Oberschenkel, sein Schwanz war gebrochen. Der Hund sei nicht mehr in der Lage gewesen, aufzustehen. „Wir durften ihn nicht länger leiden lassen und mussten ihn erlösen“, sagt Gaby Strobel-Maus, Leiterin des Sinsheimer Tierheims. Eine Tierärztin schläferte ihn ein.

Im Internet sind Bilder des Hundes, der im Tierheim den Namen Joshi bekamt, zu sehen. Wer sich diese anschaut, empfindet neben Mitleid für dieses Geschöpf ein Gefühl der Ohnmacht. Über diesen Fall von Tierquälerei empörte Menschen haben auf der Internetplattform Youtube sogar ein Video platziert, das bei der Suche nach dem Halter helfen soll. Es wurde mehr als 3000 Mal abgerufen. Auch in anderen Netzwerken ist Joshi Thema.

Maden

Nachdem der Hund im Tierheim in Narkose geschoren worden war, seien Hunderte von Maden aus der alten Wunde zum Vorschein gekommen. „Er wurde von innen aufgefressen“, sagt Gaby Strobel-Maus. Der Hund habe außerdem jegliches Vertrauen in Menschen verloren und ließ sich nicht anfassen. „Uns geht das allen sehr nahe“, sagt Strobel-Maus. Man könne sich in einen Menschen, der einen Hund so halte, nicht hineinversetzen.


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