Würth übernimmt Liqui Moly komplett

Künzelsau  Die Würth-Gruppe übernimmt den schwäbischen Motorölhersteller Liqui Moly, an dem Würth schon länger beteiligt war. Der Liqui-Moly-Chef überrascht seine Mitarbeiter mit einer sehr persönlichen E-Mail zur Übernahme.

Von unserer Redaktion

Würth-Gruppe
Die Würth-Gruppe wächst um eine bedeutende Marke: Zum 1. Januar übernimmt die Gruppe den Schmierstoffspezialisten Liqui Moly. Foto: dpa  

Die Würth-Gruppe erwirbt die Anteile des geschäftsführenden Gesellschafters Ernst Prost, heißt es in einer Pressemitteilung. Damit wird die Würth-Gruppe alleinige Eigentümerin der weltweit agierenden Liqui Moly GmbH. Die Würth-Gruppe war schon zuvor stiller Teilhaber bei Liqui Moly.

Ernst Prost (60) soll weiter Geschäftsführer von Liqui Moly bleiben. Bevor die Übernahme rechtskräftig wird, müssen allerdings noch die Wettbewerbsbehörden zustimmen.

Liqui-Moly-Chef: Damit nichts passiert, wenn mir etwas passiert

Probst sieht die Übernahme nach eigenen Angaben als Sicherung seiner Firma für die kommenden Jahrzehnte - und für den Fall, dass ihm etwas zustoßen sollte.

"Ich habe auch keinen Bock zu sterben. Aber damit nichts passiert, wenn mir was passiert, ist es doch wichtig, dass ich Vorsorge für den Fortbestand der Firma treffe", schreibt Probst in einer Rundmail an seine Mitarbeiter, die auf der Website von Liqui Moly veröffentlicht wurde.

In der E-Mail lobt Probst auch den neuen Liqui Moly Inhaber: "Würth ist eine tolle Firma, ein Mittelständler wie wir, ein Familienunternehmen. Alles andere als ein blutleerer Großkonzern. Professor Würth und sein Management kenne ich seit über 30 Jahren." Er ruft seine Mitarbeiter dazu auf, keine Angst vor der Übernahme zu haben.

Liqui Moly bleibt unabhängiges Unternehmen

Nach eigenen Angaben will die Würth-Gruppe Liqui Moly als unabhängiges Unternehmen mit eigenständiger Marke führen. Mit über 800 Mitarbeitern erwirtschaftete Liqui Moly im Geschäftsjahr 2016 einen Umsatz von rund einer halben Milliarde Euro.

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„Liqui Moly hat in den zurückliegenden Jahren beeindruckende Leistungen gezeigt und Erfolgsgeschichte geschrieben“, sagte Peter Zürn, stellvertretender Sprecher der Konzernführung der Würth-Gruppe. „Wir sind stolz, dass diese erfolgreiche Traditionsmarke mit hervorragender Reputation und großer Dynamik das Portfolio der Würth-Gruppe bereichert."

Würth hält seit 20 Jahren Anteile an Liqui Moly

„Es geht einfach um die Zukunft von Liqui Moly. Darum, unsere 800 Arbeitsplätze auf lange Sicht sicher zu stellen.“ So kommentierte Prost gegenüber der Südwest Presse seine Entscheidung, seine Anteile an Würth zu verkaufen.

Bereits seit 20 Jahren hielt die Würth-Gruppe stille Anteile an dem Unternehmen. Neben Geschäftsführer Prost soll der langjährige Vertriebsleiter Günter Hiermaier zum 1. März 2018 zweiter Geschäftsführer werden.