Continental im Kochertal

Weißbach  Eigentümerwechsel gab es viele beim größten Arbeitgeber der Kochertalgemeinde Weißbach. Bisher war eines immer eine Konstante: der Name Hornschuch. Doch das ändert sich nun.

Von Manfred Stockburger

Verwaltungsgebäude Continental
An der Firmenzentrale wurde das gelbe Continental-Logo angebracht. Foto: Continental

Seit 1927 gehörte das 1891 als Textilfabrik Schaufler & Wundt gegründete Unternehmen zur Konrad Hornschuch AG. Und Hornschuch wurde Teil des Kochertals. Fast 1100 der weltweit 1850 Mitarbeiter des Unternehmens arbeiten im Hohenlohekreis.

Dax-Konzern zeigt Flagge

Wer jetzt an der Klebefolie- und Kunstlederfabrik direkt am Kocher vorbeifährt, erlebt ein gelbes Wunder: Nach der Übernahme durch Benecke-Kaliko, die im März vollzogen wurde, hängt jetzt das gelbe Logo des Dax-Konzerns Continental an der Fabrik. „Mit einem neuen Erscheinungsbild stellen wir sicher, dass wir weltweit einheitlich auftreten und einen Wiedererkennungswert bei unseren Kunden erzeugen“, erklärt Dirk Leiß.

Auch der Chef des Continental-Teilkonzerns, zu dem die Weißbacher gehören, muss sich wie alle seine Mitarbeiter an einen neuen Namen gewöhnen: Bisher war er Vorstandsvorsitzender der Benecke-Kaliko AG, seit Mittwoch leitet er von seinem Büro in Hannover aus die Benecke-Hornschuch Surface Group.

Optisch tritt dieser Bandwurmname aber hinter die Weltmarke Continental zurück, die das Unternehmen ganz bewusst auch außerhalb der Automobilindustrie positionieren möchte: Hornschuch ist zwar in den vergangenen Jahren mit Produkten für die Autoindustrie gewachsen, verfügt aber von der d-c-fix-Deco-Folie bis zu Spezialprodukten für die Möbelindustrie und die Baubranche auch über andere Kunden. Die Produktmarken d-c-fix und Skai bleiben aber genauso wie die Benecke-Marke Acella weiterhin bestehen.

Kulturen sollen zusammenwachsen 

„Für unsere Geschäftspartner und Mitarbeiter wird sich dieser Schritt durchweg positiv auswirken“, verspricht Dirk Leiß. Der neue Auftritt solle die gebündelte Leistungsstärke und Souveränität eines aus unterschiedlichen Kulturen gewachsenen Unternehmens widerspiegeln. Der bisherige Hornschuch-Chef Hans-Hinrich Kruse, zwischenzeitlich dem Benecke-Kaliko-Vorstand angehört, behält auch in neuer Funktion und mit der neuen Markenkonstellation sein Büro in Weißbach.

Die neue Benecke-Hornschuch-Gruppe verfügt über elf Produktionsstandorte in aller Welt, 20 Vertriebsbüros sowie Repräsentanzen in mehr als 80 Ländern. Zusammengerechnet lag der Umsatz im vereinten Firmen im vergangenen Jahr bei einer knappen Milliarde Euro.